Tarifstreit : E.on hebt Gehälter um 2,8 Prozent an

Der Energiekonzern E.on und seine Arbeitnehmer haben sich in den Tarifverhandlungen geeinigt. Die 30.000 Beschäftigten erhalten rückwirkend ab Jahresbeginn höhere Bezüge.

Die Tarifkommission der Gewerkschaften ver.di und IG Bergbau, Chemie, Energie hat einen Vorschlag des Energieunternehmens E.on angenommen. Die Einigung sieht vor, dass die 30.000 Mitarbeiter rückwirkend ab Jahresbeginn 2,8 Prozent mehr Geld sowie eine Einmalzahlung von 300 Euro erhalten. Über die Einigung muss noch eine zweite Urabstimmung der Gewerkschaften befinden, bei der ein Zustimmungsquorum von 25 Prozent nötig ist.

Das neue Tarifabkommen hat eine Laufzeit von 13 Monaten. Nach Rechnung der Gewerkschaften ergibt sich aus dem Paket ein Gesamtvolumen von 3,1 Prozent. Das sei ein "tragfähiger Kompromiss", sagte ver.di-Bundesvorstandsmitglied Erhard Ott. Zuvor waren drei Tarifrunden gescheitert und der Versorger stand am Rande eines Streiks. Es wäre der erste Streik bei einem deutschen Stromkonzern gewesen. Die Tarifkommission hatte ursprünglich 6,5 Prozent mehr Lohn gefordert.

Der E.on-Vorschlag sieht zudem vor, dass Auszubildende, die ihre Ausbildung 2014 abschließen, befristet für zwölf Monate übernommen werden. Bei der Gründung neuer Konzerngesellschaften würden bestehende Tarifbindungen der Mitarbeiter berücksichtigt.

Ende Januar hatte E.on seine Gewinnerwartung für das laufende Jahr auf 2,2 bis 2,6 Milliarden Euro annähernd halbiert. Der Konzern leidet unter geschrumpften Margen in der Energieerzeugung, der Atomwende und dem weiterhin hohen Schuldenstand. Beobachter gingen davon aus, dass ein Streik Millionen gekostet und einen Imageverlust bei den Kunden bedeutet hätte.

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