Sicherheitspersonal : Flugausfälle und Verspätungen in Hamburg

Das Sicherheitspersonal in Hamburg streikt erneut. Wieder gibt es Flugausfälle und Verspätungen. Der Flughafen beklagt mittlerweile Umsatzausfälle in Millionenhöhe.

Am Hamburger Flughafen streikt erneut das Sicherheitspersonal: Es sei den ganzen Tag mit Verzögerungen und Flugausfällen zu rechnen, sagte ein Flughafen-Sprecher. Die rund 600 Mitarbeiter der Personenkontrolle hatten bereits in der vergangenen Woche die Arbeit niedergelegt. Sie fordern einen Stundenlohn von 14,50 Euro und sind mit dem bisherigen Angebot des Arbeitgebers Piepenbrock, einer Dienstleistungsfirma aus Osnabrück und des Bundesverbandes der Sicherheitswirtschaft (BDSW), nicht zufrieden. Diese haben 12,75 Euro geboten.

Die Arbeitgeberseite spiele nach wie vor auf Zeit und dürfe sich über das Echo der Beschäftigten nicht wundern, sagte Peter Bremme, Fachbereichsleiter der Gewerkschaft ver.di. Laut Flugplan sollen 181 Maschinen vom Hamburger Flughafen starten. Das bedeutet für rund 18.000 Passagiere, dass sie mit Verspätungen und Stornierungen rechnen müssen. Den Passagieren wird geraten, sich mit der zuständigen Airline in Verbindung zu setzen und bei Reisen innerhalb von Deutschland auf die Bahn umzusteigen

Beschäftigte der Flughafen-Sicherheit aus Hamburg, Frankfurt, Berlin und Nordrhein-Westfalen wollen in Potsdam, wo zurzeit die fünfte Luftsicherheitstagung des BDSW stattfindet, außerdem eine Kundgebung abhalten. In Nordrhein-Westfalen, wo zuletzt an den Flughäfen Köln/Bonn und Düsseldorf gestreikt wurde, sind nach Angaben von ver.di NRW zunächst keine neuen Aktionen an den Airports geplant.

Verhandlungsgespräch am Donnerstag

Der BDSW reagierte empört auf den neuen Streik in Hamburg. Für Donnerstag sei ein Spitzengespräch in Potsdam geplant, sagte ein Sprecher. Das sei einer der Gründe gewesen, warum die Gewerkschaft die Streiks ausgesetzt habe. "Das zeigt, dass man sich auf ver.di und die Verhandlungsführer nicht verlassen kann." Nun würden abermals Tausende von Passagieren in Geiselhaft genommen.

Das Spitzengespräch, an dem von Gewerkschaftsseite ver.di-Fachbereichsleiter Bremme und Petra Gerstenkorn vom Bundesvorstand teilnehmen sollen, sei auch nach der Streikankündigung noch geplant, sagte der Sprecher. Gerstenkorn sei bereits als Rednerin zur Tagung des BDSW in Potsdam angereist.

Für den Hamburger Flughafen ist es der vierte Streiktag in diesem Jahr. Der Flughafen beklagt bereits Umsatzausfälle in Millionenhöhe, ist aber an dem Tarifkonflikt gar nicht beteiligt. "Ich bin entsetzt über die Entscheidung von ver.di", sagte Flughafen-Chef Michael Eggenschwiler. "Dieses Vorgehen nimmt den Menschen ihr individuelles Grundrecht auf freie Mobilität."

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Kommentare

4 Kommentare Kommentieren

Vielleicht weiß

ich es einfach nicht. Aber wenn ich am Flughafen bin, dann kommen mir die Jobs des Sicherheitpersonals nicht gerade stressig oder anspruchsvoll vor. Gerne nehme ich dann das Beispiel der Alten- und Krankenpflege. Hier wird so unglaublich viel von den Menschen erwartet und gefordert, und das, bei einer wirklich miserablen Bezahlung. Wenn hier 14,50 gefordert wird, dann wirkt das gegenüber den Jobs in der Pflege geradezu unverschämt.

cheers

Skrupellose Gewerkschafter

18.000 Passagiere sollen (laut N-JOY heute Morgen) allein heute betroffen sein für eine Handvoll Sicherheitspersonal (relativ betrachtet - selbst wenn alle Flughäfen einbezogen werden) . Viele Reisende sind nicht nur finanziell, sondern auch emotional betroffen, weil sie die Reise lange im Voraus geplant haben.
Minimaler Aufwand für ver.di mit maximaler Medienaufmerksamkeit auf dem Rücken der Bevölkerung - das nenne ich skrupellos. Ich bin absolut der Meinung, dass Personal fair bezahlt werden muss, aber man sollte vorher überlegen, wie vielen Menschen ich helfe und wie vielen ich schade.

"Klassenverräterisches Mehrheitsproletariat"

Nach ihrer Logik,"...vorher überlegen, wie vielen Menschen ich helfe und wie vielen ich schade" dürften in Zukunft ja kaum Arbeitskampfmaßnahmen möglich sein. Streikt die Müllabfur,streiken Krankenschwester oder die Post,sind in der Regel mehr Menschen vom Streik negativ betroffen,als dass die Streikenden davon anschließend profitieren können. Die Aufgabe der Gewerkschaften ist es nun mal, den Finger in die Wunde zu legen und auf Mißstände aufmerksam zu machen, der Streik dient als Druckmittel gegenüber den Arbeitgebern.
Dass sich das "Mehrheitsproletariat" damit nicht abfinden möchte, schließlich lebt es ja SELBST überwiegend recht ordentlich, verwundert mich nicht, Solidarität gibt es nicht mehr, auch nicht unter den Arbeitern und Angestellten.