Das Kartellamt hat die Übernahme der Frankfurter Rundschau erlaubt. Somit erscheinen die großen Frankfurter Tageszeitungen künftig unter einem Dach: Frankfurter Allgemeine Zeitung, Frankfurter Rundschau und Frankfurter Neue Presse gehören nun dem Mehrheitseigentümer Fazit-Stiftung. Bisher gehörte die Rundschau dem Verlag DuMont Schauberg, der SPD-Beteiligungsgesellschaft DDVG und der Karl-Gerold-Stiftung.

Das Amt hatte sich für die Entscheidung nur wenig Zeit gegeben, weil die insolvente Zeitung nur noch bis Ende Februar Geld hatte. Die Kartellwächter hatten wie bei jeder Übernahme dieser Art zu prüfen, ob dadurch eine marktbeherrschende Stellung entsteht, bei der also weitere Konkurrenten im Raum Frankfurt keine Chance mehr haben. 

Türkischen Bieter abgelehnt

Die Behörde ließ sich dabei von der Überlegung leiten, ob das Marktsegment der Rundschau nicht auch ohne das Übernahmegeschäft an die FAZ und die Frankfurter Neue Presse gefallen wäre. Denn wahrscheinlich ist, dass Zeitungsleser und -abonnenten nach einem Aus für die Rundschau zu einer der beiden anderen Zeitungen gewechselt wären. 

Auch der Wegfall eines zweiten Interessenten in der vergangenen Woche dürfte die Entscheidung des Kartellamtes beschleunigt haben: Der türkische Verleger Burak Akbay, Herausgeber der links-nationalistischen Zeitung Sözcü, hatte sein erstes Angebot zwar nachgebessert. Doch dem Gläubigerausschuss der insolventen Rundschau war die Offerte zu schwach. 

Synergie-Effekte nutzen

Trotz der Kartellamtsentscheidung gilt als sicher, dass bei der Rundschau nicht alle Mitarbeiter bleiben können. Unbestätigten Informationen nach müssen die meisten der bisher 420 Beschäftigten gehen. Der neue Eigentümer wird den Betrieb verschlanken und Synergien schaffen wollen. Einen Teil der Arbeit sollen Abteilungen des neuen Eigentümers erledigen.

Solche Synergie-Effekte entstanden bereits in der Redaktionsgemeinschaft von Frankfurter Rundschau und Berliner Zeitung. Der Verlag DuMont Schauberg – Mehrheitseigentümer beider Blätter – gründete die Kooperation 2009. Seither erscheint ein Teil der Berichte und Kommentare in beiden Zeitungen, vor allem im Mantelteil der Ausgaben.