Eine Lufthansa-Maschine landet am Flughafen Frankfurt. ©Boris Roessler

Die Lufthansa setzt trotz eines Gewinns von knapp einer Milliarde Euro ihren angekündigten Sparkurs fort: Die Airline will zwei Standorte in Deutschland schließen. Betroffen sind die Kölner Hauptverwaltung mit 365 Arbeitsplätzen und der Standort Norderstedt der Buchhaltungstochter Lufthansa Revenue mit etwa 350 Jobs. Im Zuge der Schließungen sollten zudem über 700 Arbeitsplätze ins Ausland verlagert werden, sagte ein Unternehmenssprecher.

Auch ist geplant, rund 160 der etwa 200 Arbeitsplätze der Konzernverwaltung im Bereich Financial Services in Hamburg in ein spezialisiertes Unternehmen auszulagern. Geprüft wird noch, ob die Lufthansa-Tochter Cityline ihre Zentrale von Köln nach München verlegen soll. Über die Pläne wolle der Vorstand in den kommenden Wochen mit den Arbeitnehmervertretern verhandeln.

Die Lufthansa-Aktionäre müssen außerdem auf eine Dividende verzichten. Das Nettoergebnis des vergangenen Jahres von 990 Millionen Euro solle in vollem Umfang einbehalten werden, teilte der Konzern mit. Es sei momentan wichtiger, alle verfügbaren Mittel ins Unternehmen zu investieren, sagte Konzernchef Christoph Franz. Um in der Luftfahrtbranche derzeit bestehen zu können, bräuchte es deutlich bessere Ergebnisse: "Und über den bestehenden Handlungsdruck darf ein durch Einmaleffekte bestimmtes Konzernergebnis nicht hinwegtäuschen."

Der Gewinn sei insbesondere durch Beteiligungsverkäufe gestiegen. Während der Umsatz um fünf Prozent auf 30,1 Milliarden Euro wuchs, ging der operative Gewinn um 36 Prozent auf 524 Millionen Euro zurück. Die endgültigen Ergebnisse für 2012 und weitere Details sollen am 14. März bekannt werden.

Zugleich gab Lufthansa die Bestellung von acht Langstreckenjets sowie 100 Kurz- und Mittelstreckenmaschinen im Wert von rund neun Milliarden Euro bekannt. Die Auslieferung der Flugzeuge ist für die Jahre 2015 bis 2025 geplant.

Kostensenkung um 1,5 Milliarden Euro

Im Oktober hatte Franz eine Verschärfung des Sparkurses angekündigt. Die bislang in Angriff genommenen Projekte wie das Programm Score reichten nicht aus, um zusätzliche Belastungen auszugleichen, hieß es damals. Für das Sanierungsprogramm gab die Lufthansa 2012 rund 160 Millionen Euro aus. Durch die eingeleiteten Personalkürzungen und weitere Schritte sollen die jährlichen Kosten bis 2015 um 1,5 Milliarden Euro gesenkt werden.

Bereits für den Winter hatte die Lufthansa wegen der schwierigen Ertragslage ihr Flugangebot gekürzt. Das Sitzplatzangebot sollte nach damaligen Angaben drei Prozent geringer ausfallen als ein Jahr zuvor. Angesichts der hohen Treibstoffpreise und des Konkurrenzkampfs mit Billigfliegern und Fluggesellschaften vom Persischen Golf sieht Franz zum Sparen keine Alternative.