Logo der Deutschen Telekom AG © Ina Fassbender/Reuters

Sie hatten die Faxen dicke. Länger wollten sie auf einen Telefonanschluss nicht warten und zogen in Lüneburg vor Gericht. Die beiden Rechtsanwältinnen hatten Erfolg: Das Amtsgericht drohte der Telekom an, ein Ordnungsgeld von 250.000 Euro zu verhängen, falls der Telefonanschluss nicht innerhalb von 24 Stunden eingerichtet werde. Kurz vor Ablauf dieser Frist war es den Frauen möglich, in ihrer neuen Kanzlei zu telefonieren.

Der gemeinsame Einzug hatte die beiden vor ein Problem gestellt. Eine der beiden Anwältinnen wollte ihren bisherigen Anschluss mitnehmen. Sie bekam von Vodafone schriftlich garantiert, er werde beim Umzug zu bestimmten Fristen ab- und wieder angemeldet. Die andere hatte ihren Vertrag bei der Telekom gekündigt und wollte aber zwei ihrer Rufnummern in die neue Kanzlei portieren. Die Telekom, die für die Freischaltung zuständig ist, gab an, sie würde den Anschluss insgesamt "verweigern, bis das Vertragsende der Kollegin erreicht sei". Dies wäre erst Monate später – im Juni – der Fall gewesen, sagte die Anwältin ZEIT ONLINE.

Telekom weist Verantwortung zurück

Beide Frauen wollten solange nicht warten und gingen zum Amtsgericht. Dieses erließ eine einstweilige Verfügung: Der Telekom wurde aufgegeben, "die Kommunikationsdienstleistungen zu den Kanzleiräumen (…) umgehend, spätestens binnen 24 Stunden nach Erhalt der Verfügung freizuschalten". Als Alternative zur Geldzahlung seien bis zu sechs Monate Haft angedroht worden, sagte ein Gerichtssprecher.

Die einstweilige Verfügung wurde der Telekom in Bonn am vergangenen Freitag übermittelt. Am Samstagmorgen habe ein Techniker der Telekom in Lüneburg vor der Tür gestanden, sagte eine der Anwältinnen.

Die Telekom hat die Verantwortung für die Verzögerungen von sich gewiesen. Ein Sprecher sagte, der anstehende Umzug der Kanzlei sei dem damaligen Anbieter der Anwältinnen gemeldet worden. Dieser habe dann eine unvollständige Adresse an die Telekom weitergeleitet, sodass ein Techniker, der den Anschluss einrichten wollte, die Kanzlei nicht finden konnte.