Gehälter und BoniRegierungskommission verlangt Gehaltsgrenze für Manager

Die Gehälter und Boni von Vorständen sollen nicht mehr unbegrenzt steigen: Eine von der Regierung eingesetzte Kommission empfiehlt eine Obergrenze für Unternehmen.

Skyline Frankfurt am Main

Skyline Frankfurt am Main  |  © Ralph Orlowski/Getty Images

Börsennotierte Unternehmen in Deutschland sollen Obergrenzen für die Gehälter und Boni ihrer Vorstände festlegen. Das ist eine Empfehlung der Corporate-Governance-Kommission, die von der Bundesregierung eingesetzt wurde.

Die Kommission will allerdings keine Vorgaben über die Höhe einer angemessenen Entlohnung machen. "Das bleibt allein in der Entscheidungsfreiheit des Aufsichtsrats. Die Vergütungssysteme sollten aber nicht nach oben offen sein", sagte der ehemalige Daimler-Finanzvorstand Manfred Gentz, der die Vorschläge federführend ausgearbeitet hatte. Weiter heißt es darin, die Unternehmen sollen im Geschäftsbericht angeben, wie viel ihre Vorstände maximal verdienen können.

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Die Kommission für gute Unternehmensführung reagiert auf die seit Monaten geführte Diskussion über die Vergütung von Vorständen, bei der Boni etwa mit dem Gewinn steigen. So hatte VW-Vorstandschef Martin Winterkorn für 2011 ein Gehalt von mehr als 17 Millionen Euro bekommen.

Der Vorsitzende der Kommission, Commerzbank-Aufsichtsratschef Klaus-Peter Müller, sagte: "Die Diskussionen der letzten 24 Monate sind sicher nicht ohne Einfluss geblieben. Die Vorschläge sollen nun bis Mitte März zur Diskussion gestellt werden.

Auch auf europäischer Ebene wird darüber diskutiert, ob und wie Boni begrenzt werden können. Die Vorstellungen darüber gehen auseinander: Das Europaparlament etwa fordert, dass der Bonus das Festgehalt im Prinzip nicht überschreiten darf. Im äußersten Fall dürfe er das Doppelte des Festgehalts betragen. Zuletzt hatte Zypern, das momentan die EU-Präsidentschaft innehat, vorgeschlagen, den Bonus auf das Fünffache des Fixgehalts zu begrenzen.

Schere zwischen Vorstand und Belegschaft

Nach dem Willen der Kommission sollen die Aufsichtsräte darauf achten, dass die Gehälter für Vorstände nicht zu weit von denen der zweiten Führungsebene und von denen der Gesamtbelegschaft abweichen. "Die Zuwächse bei den Vorständen waren zuletzt höher als in den Belegschaften", sagte Gentz.

Den Forderungen aus der Politik, die Vorstandsvergütungen auf ein Vielfaches des Durchschnittsgehalts zu beschränken, erteilte Müller hingegen eine Absage.

Außerdem fordert die Corporate-Governance-Kommission, dass die Vergütungsberichte in den Geschäftsberichten besser nachvollziehbar werden. "Wir haben deutliche Klagen über mangelnde Transparenz und Vergleichbarkeit", sagte Müller. Die Experten haben deshalb Mustertabellen entwickelt, in denen die Konzerne von 2014 an die Vorstandsgehälter aufschlüsseln sollen. Doch sind sie nur eine Anregung der Kommission, verwendet werden müssen sie nicht – zum Missfallen der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW). "Das hätte den Druck nochmals deutlich erhöht", sagte DSW-Hauptgeschäftsführer Marc Tüngler. Er forderte die Firmen auf, die Angaben schon in diesem Jahr zu veröffentlichen. "Die notwendigen Daten und Zahlen liegen vor."

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Leserkommentare
  1. wieder mal eine beabsichtigte Show mit einer freiwilligen Selbstverfplichtung.

    Ein Knallhartes Gesetz wäre hier angesagt. Der niedrigste Stundensatz der Firma mal 160 Stunden mal x (z. B. 50).

    Dann würden auch die Mindestlöhne in den Betrieben wieder steigen.

    9 Leserempfehlungen
  2. "..., sagte der ehemalige Daimler-Finanzvorstand Manfred Gentz, der die Vorschläge federführend ausgearbeitet hatte.
    ...
    Der Vorsitzende der Kommission, Commerzbank-Aufsichtsratschef Klaus-Peter Müller, sagte: ..."

    Wenn das die maßgeblichen Personen einer sogenannten "Regierungskommission" sind, dann wissen wir ja jetzt wenigstens, wer in diesem unserem Lande regiert.

    6 Leserempfehlungen
    • Nibbla
    • 05. Februar 2013 16:37 Uhr

    sie wollen das Gehalt auf das 25.000 Fache eines normalen Arbeiters deckeln. zzgl Boni und Abfindungen natürlich.

    4 Leserempfehlungen
  3. die Linke schlägt vor, alle Einkommen über 500.000 € mit 100 % Steuern zu belasten. "Verückt" bis "kommunistisch" waren die Reaktionen.
    Nun will man die Löhne derjenigen kappen, die nichs anderes tun, als den 1000 bis 2000 reichsten Familienclans Dvidenden im 3stelligen Millionenbereich zu sichern.
    Wenn ein Herr Aldi oder wer auch immer sein Vermögen innnerhlab von wenigen Jahren um 5 Milliarden erhöhen kann und dafür seinem OberLakkei 1 Million € Bonus gibt, dann ist das nicht zu viel.
    o
    Unsere Politiker, wie Steinbrück und Merkel, haben dafür gsorgt, daß Dividenden (Kapitalerträge) nicht mehr mit dem Spitzensteuersatz besteuert werden sondern nur nch mit 25 Prozent.
    Warum sollte Frau Merkel, die einem Herrn Ackermann noch auf Staatkosten eine Geburttagsfeier ausrichtet, das Gehalt von Hr. Ackermann (oder dessen Nachfolger) beschneiden?
    In was für einer Welt wir mittlerweile leben, ist wohl den wenigsten bewußt.
    Eher kürzt man einer Trümmerfrau ihre Rente in Höhe von 350 € um 5 €, als daß man dem Kapitaladel in die Quere kommt.

    Sie können wählen was Sie wollen - die Umverteilung vn unten nach oben geht weiter. Die Macht haben CDU und SPD und GRüne und FDP freiwillig unter Vorspiegelung einer Witschaftsphilosophie an das kapital abgegeben.
    Nun den Lakkeien den Lohn kürzen zu wollen ist doch Augenwischerei. Glaubet man denn, es gibt keine Möglchkeiten der Entlohnung solcher Menschen, außerhalb der deuschen Gesetzgebung? Ein Witz!

    4 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    das problem sind nicht die gehälter. würde man weltweit bei allen aktiengesellschaften die eigenkapitalrendite auf 10% begrenzen und danach 100% besteuern, würden sich viele kapitalisischen probleme von alleine lösen.

    aber auf solche ideen kommen polemische politiker nicht. denn sie wollen die probleme der welt nicht lösen.

    • zimra1
    • 05. Februar 2013 18:09 Uhr

    im Unternehmen inklusive Leiharbeit und 1 € Jobs.

    davon das 5 bis 30 Fache. Das wäre gerecht.

    4 Leserempfehlungen
  4. Selbstverpflichtung und auf eine Obergrenze von 50 mio, die natürlich in Ausnahmefällen überschritten werden darf, einigen.
    Ich denke das doppelte Gehalt unserer Bundeskanzlerin wäre ein guter Wert für eine Obergrenze.
    Schlimm sind ja nicht nur die Wahnsinnsvergütungen.
    Mich bringen eher Millionengehälter, Abfindungen und Altersbszüge für FEHLLEISTUNGEN (HRE-Funke, HSV-Nonnnemacher, BER-Schwarz etc) auf die Palme.

    3 Leserempfehlungen
  5. ... was der ganze Käse soll?
    Also, mit Ausnahme einer Schlagzeile bei Zeit-Online, versteht sich.

    3 Leserempfehlungen
    • doof
    • 05. Februar 2013 16:55 Uhr

    diese meldung letzte woche?
    wer forderte da nochmal eine begrenzung genau dieser managergehälter und was wurde dort angesetzut? das 1000-fache des mindestgehaltes (ausgehend von einem 400 euro job?) - und wie hat die werte presse darauf reagiert?
    ich erinnere mich an eine schlagzeile, in der das wort "fehlstart" vorkam, aber wenig sachliche auseinandersetzung mit dem vorschlag.
    nun wurde der okupiert und angepasst und nun ists gut, oder was?

    3 Leserempfehlungen

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, sk
  • Schlagworte Bundesregierung | Manfred Gentz | Martin Winterkorn | Bonus | Europaparlament | Gehalt
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