Dax-UnternehmenDeutsche Aufsichtsratschefs verdienen immer mehr

Die Kontrolleure der Dax-Unternehmen haben in den letzten Jahren eine deutliche Gehaltssteigerung bekommen. Topverdiener ist der VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch.

Die Gehälter führender deutscher Aufsichtsräte sind laut einem Zeitungsbericht binnen fünf Jahren um 40 Prozent gestiegen. Allein vergangenes Jahr verdienten die Aufsichtsratsvorsitzenden der 30 Dax-Konzerne nach Berechnungen des Handelsblatt im Schnitt 346.000 Euro und damit zehn Prozent mehr als im Vorjahr.

Bestbezahlter Unternehmenskontrolleur ist demnach VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch, der insgesamt 1,1 Millionen Euro im Jahr verdiente. Grund für seine hohen Bezüge sei die variable Erfolgsbeteiligung von mehr als 900.000 Euro. Insgesamt zahlte der Volkswagen-Konzern seinen 20 Kontrolleuren laut Handelsblatt vergangenes Geschäftsjahr fast 8,8 Millionen Euro – also durchschnittlich 440.000 Euro pro Person.

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Auf Rang zwei und drei der Liste der bestbezahlten Aufsichtsräte stehen die Chefkontrolleure von Siemens und Henkel. Siemens-Aufsichtsratschef Gerhard Cromme erhielt für seinen Job beim Münchner Technologiekonzern demnach 608.000 Euro, Henkel-Gesellschafterin Simone Bagel-Trah 584.000 Euro. Beide Unternehmen zahlten ihren Aufsichtsräten aber nur noch Festgehälter, die selbst in schlechteren Geschäftsjahren auf hohem Niveau stabil bleiben.

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Leserkommentare
  1. >> Allein vergangenes Jahr verdienten die Aufsichtsratsvorsitzenden der 30 Dax-Konzerne nach Berechnungen des Handelsblatt im Schnitt 346.000 Euro und damit zehn Prozent mehr als im Vorjahr. <<

    ... wohl, dass sie solche Summen *erhalten*. Ob sie die auch *verdienen*, sollte Gegenstand der Recherchen sein.

    8 Leserempfehlungen
    • hkeske
    • 22. April 2013 11:28 Uhr

    Vorstände und Aufsichtsräte bilden auch in Deutschland eine unheilige Allianz derer, die sich schamlos selbst bereichern. Manus manum lavat - wer wird da schon die Eigentümer fragem, die namen- und bedeutungslosen Aktionäre.

    Es wird Zeit, daß das Recht der Aktiengesellschaft den realen Verhältnissen angepaßt wird - und das Strafrecht im Bereich der Vermögensdelikte auch.

    5 Leserempfehlungen
  2. Im AT heißt es u.a.. "Wer da hat, dem wird gegeben werden, von dem aber, der nicht hat, wird auch das genommen werden, was er hat." (Lukas 19,26, 8,18, Markus 4,25)
    Im Volksmund sagt man zu den üppigen Tandiemen wohl auch: "der Teufel scheißt immer auf den größten Haufen".
    Doch all die AR-Gehälter sowie Managereinkommen sind bescheiden, im Vergleich zu den Einnahmen der Großaktionäre!

    4 Leserempfehlungen
  3. "Auch eine Einkommensanalyse, die 1995 40 Millionen Steuerpflichtige (dank der Computerhilfe mit imponierender Vollständigkeit) für den Ersten Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung erfasst hat, bestätigt die eklatante Ungleichverteilung. Danach bezogen zehn Prozent der Erwerbstätigen etwa 35 Prozent des Nettogesamteinkommens, das entspricht dem 28fachen dessen, was die untersten zehn Prozent verdienten.[10] Die reichsten fünf Prozent besaßen sogar ein Einkommen, das 95 Prozent aller Einkommensbezieher zusammengenommen nicht erreichten."
    http://www.blaetter.de/ar...
    War in Deutschland schon immer so, nur hat es sich in den letzten Jahren nochmals verschärft, so die Kernaussage des verlinkten Textes.

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    ... fließen deren Einkommen natürlich mit in die allgemeine Lohnquote mit ein.

    Wenn die Statistik also vermeldet, dass die Reallöhne in Deutschland wieder steigen, ist das u.a. auch dem "kräften Schluck aus der Pulle" der Topverdiener im Managment zu verdanken und weniger der Mittelschicht oder dem Prekäriat, was statt 7,25€ nun 6,89 bekommt.

    Aber das muss die Regierung (egal welche) nicht beunruhigen; denn immernoch gilt in Deutschland: Vollbeschwichtigung ist möglich!

  4. Piech hat noch 10 weitere Aufsichtsrats(ähnliche) Mandate; zwar überwiegend im VW-Konzerndunstkreis, aber für umme dürfte der die wohl auch nicht machen.

    Cromme war in 2012 auch noch Aufsichtsrat bei Thyssen-Krupp, Axel Springer und Saint Gobain, alles keine Kleingeld-Mandate.

    Die Zahl für Bagel-Trah ist allerdings falsch, weil Aufsichtsrat und Gesellschafterausschuss (eine Besonderheit der Henkel Kommanditgesellschaft auf Aktion - KGaA) durcheinander geworfen wurden. Henkel ist ja zum Teil und indirekt noch ein Familienunternehmen.

  5. Das ist auch falsch, weil Aufsichtsräte keine "Gehälter" beziehen, auf die - bei den Multiräten - auch noch Mehrwertsteuer kommt.

  6. ... aller Orten!

    oder wie sagt man bei uns so schön:

    "Hätten Sie halt auch was G'scheits gelernt, wär aus Ihnen auch was geworden!"

    Dieses Herumgehacke auf allen möglichen Leuten die mehr haben oder mehr bekommen als man selbst ist einfach nur noch lächerlich und unerträglich!

    2 Leserempfehlungen
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    • hairy
    • 22. April 2013 13:02 Uhr

    "Hätten Sie halt auch was G'scheits gelernt, wär aus Ihnen auch was geworden!"

    Am besten, wir machen große Poster von dem Spruch und hängen die auf in allen Slums, Obdachlosenunterkünften und Armenküchen dieser Welt.

    • ach_ne
    • 22. April 2013 13:34 Uhr

    noch so ein Propagandaopfer...

    @BWfahrer: Der durchschnittliche Bürger, (Otto Normalverbaucher), kämpft in der Regel während der gesamten Dauer seines idrischen Daseins gegen die existenzbedrohende, individuelle Geldknappheit. Der Neid ist für ihn ein eigentliches untaugliches, aber verständliches Instrument, um diese Situation überhaupt ertragen zu können. Er vergisst dabei, dass die Reichen in Deutschland, ca. zehn Prozent der Steuerzahler, ca. siebzig Prozent des gesamten Steuersubstrates generieren. Und das trotz der real existierenden Steuerhinterziehung. Wenn man die Bezüge der Grossverdiener in den Firmen deckelt, sinken die Steuereinnahmen des Staates. Die Geringverdiener haben nicht einen einzigen müden Euro mehr in der Tasche. Der Staat hat haber weniger in der Kasse, wodurch seine sozialen Möglichkeiten erodieren. Es ist eine illusion zu glauben, man könne diese gewaltige Problematik, das heisst die soziale Frage, per "Order de Mufti" elegant und wirksam lösen.

    .
    Im Jahr 1977 verdienten die DAX-Vorstände das 19fache des Durchschnittsbeschäftigten. Im Jahr 2011 war es bereits das 54fache!

    • Rektor
    • 29. April 2013 23:20 Uhr

    ist entscheidend, nicht die Tatsache, dass die AR überhaupt entlohnt werden. Aber der Realitätsverlust hat offenbar schon weit um sich gegriffen.
    Wenn in diesem Land nach Wert der Arbeit entlohnt werden würde, so kämen Ärzte in den Krankenhäusern auf 100.000 Euro/ Monat, die Dienste von Kranken- und Altenpflegerinnen- und -pfleger müssten mit 50 bis 70.000 Euro entlohnt werden.

    Können Sie folgen?

  7. ...wär aus Ihnen auch was geworden!"

    ...

    Vergleichen Sie das Einkommen der Nobelpreisträger letzten Jahrzehnten mit hier diskutierten.

    Will man es zugeben oder nicht, für manche Positionen ist entweder besondere Bildung, noch außergewöhnliche persönliche Eigenschaft außer einer notwendig.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, fz
  • Schlagworte Henkel | Siemens AG | Dax-Unternehmen | Euro | Gehalt | Gerhard Cromme
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