MedienNachrichtenagentur dapd wird eingestellt

Die Mitarbeiter sind schon durch zwei Insolvenzverfahren gegangen und hofften auf einen Investor. Nun hat die Geschäftsleitung das endgültige Aus von dapd verkündet.

Die Nachrichtenagentur dapd wird endgültig eingestellt. Dies teilte die Insolvenzverwalterin Petra Hilgers den etwa 175 verbliebenen festen Mitarbeitern auf einer Betriebsversammlung mit.  "Die Belieferung der Kunden mit Nachrichten wird heute um 17.00 Uhr eingestellt", sagte Hilgers. Die Beschäftigten erhielten noch für April ein Insolvenzgeld. 

Das Unternehmen hatte Anfang März einen Insolvenzantrag in Berlin gestellt, nachdem in einem ersten Insolvenzverfahren die Suche nach einem Investor für die einstmals zweitgrößte deutsche Nachrichtenagentur gescheitert war. Erst vor wenigen Tagen hatte die russische Nachrichtenagentur RIA Novosti Interesse an der angeschlagenen dapd bekundet.  Das Staatsunternehmen habe die Sichtbarkeit auf dem europäischen Markt stärken wollen, hieß es. Die Gespräche seien nun aber erfolglos abgebrochen worden, sagte Hilgers.

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Dapd war im Sommer 2010 in einer Fusion entstanden. Die beiden Finanzinvestoren Peter Löw und Martin Vorderwülbecke, Besitzer der Nachrichtenagentur Deutscher Depeschendienst (ddp), hatten im Dezember 2009 den deutschsprachigen Dienst der US-Agentur Associated Press (AP) aufgekauft und beide Gesellschaften zur dapd zusammengeführt.

Deutschland gilt als einer der am härtesten umkämpften Märkte für Nachrichtenagenturen weltweit. Neben dem Marktführer dpa und der dapd konkurrieren hierzulande noch die britische Agentur Reuters, die deutsche Tochter der französischen Nachrichtenagentur AFP, die zur AFP-Gruppe gehörende Sportagentur SID, die kirchlichen Agenturen epd und KNA sowie Spezialdienste für Wirtschaftsnachrichten um Kunden aus den Medien.

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    • Quelle ZEIT ONLINE, zz
    • Schlagworte Medien | Nachrichtenagentur | AP | Agentur | Associated Press | Fusion
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