Die Deutsche Bank hat sich mit einer überraschenden Kapitalerhöhung finanziellen Spielraum verschafft und bei ihren Aktionären Hoffnung auf höhere Dividenden geweckt. Die Bank meldete den erfolgreichen Vollzug des am Montagabend plötzlich angekündigten Schrittes bereits am Dienstag.

Durch die Herausgabe von 90 Millionen neuen Aktien seien insgesamt 2,96 Milliarden Euro frisches Kapital bei institutionellen Anlegern eingesammelt worden, teilte die Konzernführung mit. Damit lagen die Einnahmen noch über dem angestrebten Ziel von 2,8 Milliarden Euro.

Die Kapitalerhöhung soll die andauernde Diskussion um die finanzielle Ausstattung der Deutschen Bank beenden. Analysten hatten dem deutschen Branchenführer seit Antritt der Doppelspitze aus Anshu Jain und Jürgen Fitschen im Juni 2012 im Vergleich zu Konkurrenten schlechtere Kapitalquoten vorgehalten und damit die vergleichsweise schwache Entwicklung des Aktienkurses begründet.

An der Börse wurde die Kapitalerhöhung positiv aufgenommen. Der Aktienkurs der Deutschen Bank legte in der ersten Handelsstunde zwischenzeitlich um fast 8 Prozent zu und war damit bester Wert im Deutschen Aktienindex.

Kernkapitalquote bereits erhöht

Jain sagte, durch die Kapitalerhöhung werde die Deutsche Bank im Vergleich mit ihren weltweiten Wettbewerbern "zu einer der am besten kapitalisierten Banken". Größere Kapitalpuffer seien insbesondere im aktuell "herausfordernden und unsicheren Marktumfeld" wichtig.

Die Deutsche Bank konnte bereits mit einigen anderen Maßnahmen ihre finanzielle Ausstattung verbessern. So hatte sie Ende März durch den schnelleren Abbau von Risiken ihre harte Kernkapitalquote unter voller Einbeziehung der erst ab 2019 geltenden strengeren Regeln (Basel III) auf 8,8 Prozent angehoben. Ende 2012 waren es 7,8 Prozent. Künftig muss sie auf 10 Prozent kommen.