Veruntreuung : Prozess gegen Nonnenmacher beginnt im Juli

Dirk Jens Nonnenmacher soll als Chef der HSH-Nordbank Bilanzen gefälscht und Millionen veruntreut haben. Das Landgericht Hamburg hat nun die Hauptverhandlung angesetzt.

Der ehemalige Chef der HSH-Nordbank, Dirk Jens Nonnenmacher, muss sich wegen des Verdachts der Veruntreuung von Bankvermögen und der Bilanzfälschung vor Gericht verantworten. Die Süddeutsche Zeitung berichtet, das Hamburger Landgericht habe die Anklage gegen Nonnenmacher und fünf weitere ehemalige Vorstände zugelassen.

Das Gericht hat den Bericht bisher noch nicht bestätigt. Dies tat aber Nonnenmachers Anwalt Heinz Wagner: "Das Landgericht hat die Anklage der Staatsanwaltschaft gegen die ehemaligen Vorstände der HSH Nordbank zur Hauptverhandlung zugelassen." Der Beginn der Verhandlung sei für Mitte Juli geplant.

Hintergrund des Verfahrens sind Geschäfte unter dem Codenamen Omega 55 aus dem Jahr 2007. Dabei hatte die Bank versucht, ihre Bilanz zu verbessern, indem sie ein Immobilienpaket bei der französischen Bank BNP Paribas gegen Verluste versichern ließ, um so nicht mehr mit Eigenkapital haften zu müssen. Im Gegenzug übernahm die HSH die Garantie für ein Finanzprodukt der BNP, das in der Finanzkrise schwere Verluste machte. 

Angeblicher Schaden von 160 Millionen Euro

Die Hamburger Staatsanwaltschaft hatte bereits Ende 2011 Anklage gegen den gesamten früheren HSH-Nordbank-Vorstand erhoben. Die Behörde wirft den sechs ehemaligen Mitgliedern des Gremiums vor, durch das Geschäft im Dezember 2007 vorsätzlich und vorhersehbar einen Vermögensschaden von rund 160 Millionen Euro für die Bank verursacht zu haben.

Der Vorstand sei ein unvertretbares Risiko eingegangen, hieß es damals bei der Staatsanwaltschaft. Nach Ansicht der Anklagebehörde war das Geschäft wirtschaftlich sinnlos. Die Staatsanwaltschaft folgte nicht den Darstellungen der Vorstände, nach denen es sich um ein übliches Bankgeschäft handelte. Die Beschuldigten weisen die Vorwürfe zurück.

Der zweite Vorwurf der unrichtigen Darstellung richtet sich nach den früheren Angaben der Staatsanwaltschaft nur gegen Nonnenmacher und ein weiteres ehemaliges Vorstandsmitglied. Er beziehe sich auf einen Zwischenbericht für das erste Quartal 2008, bei dem das Omega-55-Geschäft wie ein normaler Kredit zum Anschaffungswert bilanziert worden sei statt zum aktuellen Marktwert. So sei aus einem Quartalsverlust ein Gewinn geworden. Die Bank hat diesen Fehler eingeräumt und korrigiert. Die Finanzaufsicht verhängte wegen der unvollständigen Darstellung der Transaktion ein Bußgeld gegen die HSH Nordbank.

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Kommentare

7 Kommentare Kommentieren

Deutschland will ein Musterland sein .....

aber wohl ohne viel Wert. Wenn Versager noch mit Millionen
Abfindungen und dicken Pensionen davon ziehen dann läuft was falsch. Nach langer Zeit bemüht man sich etwas halbherzig
dagegen vorzugehen, die Verfehlung war doch lange klar.
Solche Fälle gibt es schon in Mengen, wie will man dieses System gegenüber den Bürgern vertreten ?
Gehört das auch zur freien Marktwirtschaft ? Irgendwann sollte
doch der Verstand einsetzen, sofern welcher da ist.

Die Gentlemen bitten zur Kasse...

...ich und meine Gaunereien ! Herr Nonnenmacher ist für die Finanzwelt zu einem Vorbild geworden. Gelder veruntreuen und unterschlagen ist zu einem Kavaliersdelikt gemacht worden. Ich finde die Richtung richtig. Der kleine Mann lernt daraus, man braucht keine Rechnungen mehr zu bezahlen. Nehmen ist besser als geben. Ich kann damit leben und werde mich so verhalten. Da ein Gericht heute nicht mehr in der Lage ist "Betrug" zu beweisen, habe ich für mich gelernt, dass ich nur mein Mund halten muß und die Staatsanwaltschaft muß mir die Schuld nachweisen. Da sie das nicht mehr kann, habe ich gewonnen. Besser geht es nicht ! Danke Herr Nonnenmacher !
Ein Schüler