Flughafen Wowereit lehnt schrittweise BER-Eröffnung ab

Der BER-Aufsichtsrat will den neuen Flughafen komplett in Betrieb nehmen. Eine schrittweise Öffnung, wie von Flughafenchef Mehdorn vorgeschlagen, stößt auf Widerstand.

Flughafenchef Hartmut Mehdorn (l.) und Klaus Wowereit (SPD), Aufsichtsratsvize

Flughafenchef Hartmut Mehdorn (l.) und Klaus Wowereit (SPD), Aufsichtsratsvize  |  © Fabrizio Bensch/Reuters

Klaus Wowereit lehnt eine Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens in Etappen ab, wie sie Flughafenchef Hartmut Mehdorn ins Spiel gebracht hatte. "Damit können wir nichts anfangen", sagte Berlins Regierender Bürgermeister, der auch Vize-Aufsichtsratschef ist, nach einer Sitzung des Gremiums in Schönefeld

Der Aufsichtsrat wolle "geschlossene Konzepte", um den neuen Flughafen so schnell wie möglich zu eröffnen. Mehdorns Vorschlag sei "nicht das Konzept der Flughafengesellschaft", sagte Wowereit.

Anzeige

Mehdorn, der erst vor Kurzem als Flughafenchef seine Arbeit aufgenommen hatte,  hatte sich dafür ausgesprochen, den Flughafen in mehreren Etappen in Betrieb zu nehmen. Es gebe keinen Grund dafür, dass alle auf einmal umziehen. "Wir werden das also scheibchenweise machen", hatte er in einem Interview gesagt. Um den Flugverkehr zu gewährleisten, sollte demnach der derzeitige Flughafen Berlin-Tegel nicht, wie bisher geplant, sechs Monate nach BER-Eröffnung geschlossen werden. 

Wowereit sagt nach der Aufsichtsratssitzung, er könne sich nicht vorstellen, dass eine weitere Offenhaltung Tegels parallel zu BER bei den Mitgesellschaftern Bund und Brandenburg eine Mehrheit finden würde. "Zur Schließung von Tegel gibt es keine Alternative", betonte er und verwies auf die geltende und gerichtlich überprüfte Rechtsgrundlage.

Vor einem Jahr, am 8. Mai 2012, hatte die Flughafengesellschaft die für den 3. Juni 2012 geplante BER-Eröffnung wegen Problemen beim Brandschutz kurzfristig abgesagt. Einen neuen Eröffnungstermin gibt es bislang nicht. Mehrere anvisierte Termine wurden wieder verworfen.

Neue Finanzchefin soll Schwachstellen angehen

Nach dem mehrmaligen Verschieben der Eröffnung potenzierten sich auch die Kosten. Zuletzt wurde bekannt, dass sich die Gesamtkosten auf mehr als fünf Milliarden Euro belaufen könnten. Ob eine Wende in der Krise herbeigeführt werden kann, soll jetzt die neue Finanzchefin zeigen. Auf der Sitzung des Aufsichtsrats gab Mehdorn bekannt, dass Heike Fölster, die schon bei der Schifffahrt und im Luftverkehr tätig war, Finanzgeschäftsführerin wird.

"Der Kassensturz ist überfällig", sagte der Vorsitzende des Berliner Flughafen-Untersuchungsausschusses, Martin Delius (Piratenpartei). Die Gesellschaft bekomme nun erstmals eine Finanzchefin, die Schwachstellen erkennt und "sehr sach- und lösungsorientiert angeht", wie man Fölster zumindest bei ihrem bisherigen Arbeitgeber, dem Germanischen Lloyd in Hamburg, beschreibt.

Zur Startseite
 
Leserkommentare
    • mugu1
    • 08. Mai 2013 18:40 Uhr

    >Mehdorns Vorschlag sei "nicht das Konzept der Flughafengesellschaft", sagte Wowereit.<

    Die Frage muss erlaubt sein: Was für ein Konzept?

    Das Hauptproblem ist doch wohl, dass weder die Flughafengesellschaft noch Hr. Wowereit irgendein funktionierendes - oder auch nur ansatzweise durchdachtes - Konzept haben.

    Dafür, dass Hr. Wowereit mit einer der Hauptschuldigen rund um das Chaos von BER ist, tritt er nun wieder sehr energisch auf. Lieber sollte er vielleicht mal ruhig sein und Mehdorn machen lassen. Mehdorn mag ja eine extreme Reizfigur in Deutschland sein was die Sympathiewerte betrifft...aber sein Vorschlag ist das erste vernünftig klingende Konzept, welches ich mit BER in den letzten Jahren in Verbindung bringe.

    4 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Wowereit kann machen was er will!
    Er weiß dass es nicht sein Geld ist sonder das Geld vom Süden!
    Hessen z.B muß Schulden aufnehmen, damit Hr. Wowereit feiern kann. Also warum sollte er eine tragbares Konzept vorlegen????

  1. ... abschaffen, bei alledem, was er sich bisher so geleistet und was er nicht geleistet hat.

    3 Leserempfehlungen
  2. Wenn die Hauptsicherheitsstrukturen das Problem sind,
    dann kann auch nicht teilweise oder scheibchenweise
    eröffnet werden. Abgesehen davon, dass sich ein Großflughafen
    mit einem Bruchteil seiner Kapazität nicht wirtschaftlich betreiben lässt.

    Mehdorn wirkt desorientiert.

    2 Leserempfehlungen
  3. Nachdem er den einstigen Weltmarktfüher,die Heidelberger Druck-
    maschinen, an den Rand des Ruins geführt hat,nachdem dieser Manager
    die DB verunstaltet hat,nicht 50% seiner Prognosen wurden erfüllt,
    danach eine Fluggesellschaft weiter verunstalten wollte,die Eigner
    haben sich,dem Herr sei Dank,den Herrn Mehdorn in das Abseits gestellt,
    hat ihn ein Minister der Republik zum weiteren Abbau des Hauptstadt-
    Flughafen einbestellt.
    Das Chaos wurde dadurch in die Vollkommenheit eingeführt.

    Eine Leserempfehlung
  4. ..das Wowereit am Ball bleibt. Da kann es ja nur besser werden....

    • Etna
    • 08. Mai 2013 20:06 Uhr

    Mehdorn will Tegel auf Dauer offen halten. Das kann kein Berliner Bürgermeister zulassen.

    2 Leserempfehlungen
  5. Wowereit kann machen was er will!
    Er weiß dass es nicht sein Geld ist sonder das Geld vom Süden!
    Hessen z.B muß Schulden aufnehmen, damit Hr. Wowereit feiern kann. Also warum sollte er eine tragbares Konzept vorlegen????

    2 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Konzept?"
  6. Werte Redaktion streichen sie doch bitte das Wort "schrittweise" aus der Überschrift, es erinnert zu sehr an den Flughafenbau zu Babel.

    Sonnigste Grüße

    Doc-Holiday

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

  • Quelle ZEIT ONLINE, afp, sdo
  • Schlagworte Hartmut Mehdorn | Klaus Wowereit | Arbeitgeber | Brandschutz | Flughafen | Flugverkehr
Service