Arbeiterinnen in einem chinesischen Foxconn-Werk © Bobby Yip/Reuters

Das US-Elektronikunternehmen Apple trennt sich von einem langjährigen – und zuletzt kritisierten – Geschäftspartner: Wie das Wall Street Journal berichtet, hat der Konzern aus dem kalifornischen Cupertino den Auftrag für den Bau des geplanten günstigeren iPhones zwar erneut nach Taiwan vergeben, allerdings nicht mehr an den Zulieferer Foxconn, sondern an dessen Konkurrenten Pegatron.

Die Zeitung zitierte Eingeweihte, es seien vor allem "strategische Gründe", die Apple-Chef Tim Cook zu dieser Entscheidung veranlasst hätten. Dadurch soll das Risiko breiter gestreut werden, nachdem Foxconn im vergangenen Jahr Smartphones mit verkratzten Metallhüllen geliefert habe. Zudem habe Pegatron günstigere Preise als Foxconn angeboten.

So wie der Foxconn-Konzern Hon Hai hat auch Pegatron seinen Firmensitz in Taiwan und produziert gleichfalls viel in China. Dort soll die Zahl der Mitarbeiter in der zweiten Jahreshälfte um 40 Prozent steigen – nach Einschätzung von Analysten ein Hinweis auf die künftige Produktion des Billig-iPhones.

Höhere Löhne bei Foxconn

Ganz neu ist die Zusammenarbeit zwischen Apple und Pegatron nicht. Das 2008 gegründete Unternehmen mit seinen rund 100.000 Beschäftigten fertigt laut Journal bereits einen kleinen Teil des Apple-Smartphones und hat im vergangenen Jahr damit begonnen, das iPad Mini zu produzieren.

Das Nachsehen hat Foxconn, das nach einer Reihe von Selbstmorden großem öffentlichen Druck ausgesetzt war und deshalb die Arbeitsbedingungen in seinen Fabriken in China verbessern musste. Die Mitarbeiter erhalten nun höhere Löhne – was zum einen die Rendite des Konzerns schmälert und es ihm zum anderen offenbar nicht mehr ermöglicht, Apple die günstigsten Bedingungen für einen neuen Auftrag zu bieten.

Foxconn beschäftigt insgesamt 1,2 Millionen Menschen in China, der Konzern beliefert auch viele andere Elektronikfirmen wie Sony oder Nokia. Nach Angaben von Arbeitsrechtsorganisationen haben seit 2010 insgesamt 13 Arbeiter des Unternehmens Selbstmord begangen. Erst im April stürzten sich nach Angaben von China Labor Watch zwei junge Männer und eine Frau in den Tod.