Durch die Forschungsergebnisse der RWTH alarmiert, unternahm das Ministerium im September 2012 eine eigene Untersuchung, um Bubble-Tea auf sein Gesundheitsrisiko zu testen. Das Ergebnis: In den Proben konnten keine gesundheitsgefährdenden Stoffe nachgewiesen werden. Eine Aussage über die Gesundheitsgefahr von Bubble-Tea ließe sich schlicht nicht machen, heißt es im Verbraucherschutzministerium. Es ist also weiterhin völlig unklar, wie die Ergebnisse der Aachener Forscher zu deuten sind.

In Berlin-Neukölln sitzt Tan Huynh in der Geschäftsstelle von BoboQ. Huynh, zwei Meter groß, sieht aus wie der Chef eines Hipster-Start-ups. Die Jeans steckt in den hohen Boots, eine schwarze Locke fällt in sein Gesicht. Huynh sagt, dass er in den vergangenen Monaten einiges unternommen habe, um den Ruf der Firma zu retten. Er ließ sich die Sicherheit der Perlen und Sirupe, die BoboQ von dem taiwanischen Unternehmen Possmei bezieht, von Laboranalysefirmen wie SGS Institut Fresenius und Eurofins Sofia zertifizieren. Die Kunden aber hätten das Siegel kaum wahrgenommen. Im Oktober 2012 veranstaltete Huynh eine Pressekonferenz in Berlin. Taiwanische und chinesische Journalisten kamen viele, nur deutsche Reporter blieben aus. "Ich möchte die deutschen Medien nicht verteufeln, schließlich haben sie auch zu unserem Aufstieg beigetragen", sagt Huynh. Sein Unternehmen sei dennoch ganz schön "gebeutelt" worden.

Klage auf Schadensersatz

Es mag sein, dass die Klage der Bubble-Tea-Ketten überzogen ist. Auch mag es noch andere Gründe dafür geben, warum der Bubble-Tea so schnell in Deutschland floppte. Der süße Tee wird gerne im Sommer getrunken, im Winter läuft das Geschäft schlechter. Gut möglich, dass die Verkaufszahlen in diesem Sommer wieder anziehen. Auch ist die Zahl der Filialen zu Beginn des Booms so schnell gewachsen, dass die Schließung einiger der Filialen womöglich schlicht eine Marktbereinigung war. Nicht zuletzt stahl die Fast-Food-Kette McDonald's, die sich mittlerweile schon wieder aus dem Bubble-Tea-Geschäft verabschiedet hat, der Branche Kunden und die Aura der Exklusivität.

Die Geschäftsführung von BoboQ ist sich dennoch sicher, dass es die Wissenschaftler der RWTH waren, die das Image seines Unternehmens ruiniert haben. Sie will, dass die Forscher Schadensersatz zahlen – notfalls will sie klagen.