Der Arbeitgeberverband steht vor einem Führungswechsel. Nach 17 Jahren wird der Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) Dieter Hundt zur Wahl der Verbandsspitze am 18. November nicht erneut antreten. 

Als Nachfolger hat Hundt laut Angaben eines Verbandssprechers seinen bisherigen Stellvertreter ins Spiel gebracht. Der Bremerhavener Unternehmer Ingo Kramer soll am Montag offiziell vorgeschlagen werden. 

Der 60-jährige Kramer ist Präsident des Arbeitgeberverbands Nordmetall und gehört dem Führungskreis der BDA seit 2003 als Präsidiumsmitglied und seit 2011 als Vizepräsident an. Er leitet eine Firmengruppe, die Anlagen für Industrie und Schiffbau fertigt. Laut Stiftung der Deutschen Wirtschaft saß der studierte Wirtschaftsingenieur von 1987 bis 1992 als Fraktionsvorsitzender der FDP in der Bremerhavener Stadtverordnetenversammlung.

Auf ihn kommen schwierige Aufgaben zu – intern wie extern. Seit Langem gibt es Forderungen, dass die großen Wirtschaftsverbände und gerade die BDA eine Struktur- und Organisationsreform angehen sollten. Zudem ist der Einfluss der Verbände auf die Politik in den vergangenen Jahrzehnten erheblich geschrumpft.

Nach der Bundestagswahl im September dürfte je nach Ausgang das Thema Mindestlohn wieder hochkommen. In den Tarifauseinandersetzungen gefährden kleinere Spartengewerkschaften mit erheblichen Auswirkungen etwa im Gesundheitswesen oder auf den Luft- oder Schienenverkehr die Tarifeinheit. Eine schlüssige Antwort darauf haben weder Politik noch Arbeitgeber noch die führenden Einzelgewerkschaften bislang gefunden.