Eine Filiale der Bank of China in Peking © Jason Lee/Reuters

Die Bank of China hat Gerüchte zurückgewiesen, sie sei nicht mehr zahlungsfähig. Nachdem massive Liquiditätsengpässe zu Aufruhr an Chinas Finanzmärkten geführt hatten, unterstrich die große Staatsbank, dass sie nicht in Verzug geraten sei und alle Verpflichtungen zeitgemäß erfüllt habe. Das berichten Staatsmedien.

Zuvor hatte eine Wirtschaftszeitung gemeldet, die Bank of China habe ihre Zahlungen um eine halbe Stunde hinausschieben müssen, weil ihr das Geld ausgegangen sei.

Die Zinsen am sogenannten Interbankenmarkt waren dramatisch in die Höhe geschnellt, nachdem die chinesische Zentralbank erklärt hatte sie werde das rasante Kreditwachstum im Land bremsen. Sie beuge sich nicht dem Druck, den Markt mit mehr Liquidität zu fluten, hieß es. 

In der chinesischen Finanzbranche war daraufhin leichte Panik ausgebrochen, insbesondere bei einigen kleinen Instituten mit hohen Schulden. Gerüchte über drohende Pleiten hatten die Runde gemacht. 

Laut Finanzexperten stiegen die Zinsen auf das Niveau, das an den eingefrorenen Interbankenmarkt vor der Lehman-Pleite 2008 erinnert. Nach Ansicht von Händlern ist die chinesische Zentralbank offenbar entschlossen, die Banken zu zwingen, ihre Schuldenlast selbst zu reduzieren. Der Liquiditätsengpass sei als regulative Maßnahme politisch gewollt, konstatierte die australische Bank Westpac.