FinanzmarktBank of China dementiert Gerüchte über Zahlungsunfähigkeit

Chinas große Staatsbank wehrt sich gegen das Gerücht, sie sei nicht mehr liquide. Zuvor hatte die Zentralbank die Zinsen deutlich erhöht und damit für Panik gesorgt.

Eine Filiale der Bank of China in Peking

Eine Filiale der Bank of China in Peking  |  © Jason Lee/Reuters

Die Bank of China hat Gerüchte zurückgewiesen, sie sei nicht mehr zahlungsfähig. Nachdem massive Liquiditätsengpässe zu Aufruhr an Chinas Finanzmärkten geführt hatten, unterstrich die große Staatsbank, dass sie nicht in Verzug geraten sei und alle Verpflichtungen zeitgemäß erfüllt habe. Das berichten Staatsmedien.

Zuvor hatte eine Wirtschaftszeitung gemeldet, die Bank of China habe ihre Zahlungen um eine halbe Stunde hinausschieben müssen, weil ihr das Geld ausgegangen sei.

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Die Zinsen am sogenannten Interbankenmarkt waren dramatisch in die Höhe geschnellt, nachdem die chinesische Zentralbank erklärt hatte sie werde das rasante Kreditwachstum im Land bremsen. Sie beuge sich nicht dem Druck, den Markt mit mehr Liquidität zu fluten, hieß es. 

In der chinesischen Finanzbranche war daraufhin leichte Panik ausgebrochen, insbesondere bei einigen kleinen Instituten mit hohen Schulden. Gerüchte über drohende Pleiten hatten die Runde gemacht. 

Laut Finanzexperten stiegen die Zinsen auf das Niveau, das an den eingefrorenen Interbankenmarkt vor der Lehman-Pleite 2008 erinnert. Nach Ansicht von Händlern ist die chinesische Zentralbank offenbar entschlossen, die Banken zu zwingen, ihre Schuldenlast selbst zu reduzieren. Der Liquiditätsengpass sei als regulative Maßnahme politisch gewollt, konstatierte die australische Bank Westpac.

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Leserkommentare
    • Vibert
    • 21. Juni 2013 11:05 Uhr

    und ihre Konsequenzen.
    Was da auf uns zurollen wird kann sich niemand vorstellen.
    Es soll Finanzexperten geben, die voraussagen, dass die Finanzkrise von 2008 im Vergleich zu dem was uns jetzt erwartet "Peanuts" gewesen sei.
    Wie schon zu oft gesehen, greift der "Markt" für die Schadensbegrenzung einer Krise zu Mitteln, die eine noch grössere Krise auslösen.
    Und wie immer, bei solchen "Aktionen", verdienen sich ein paar Wenige, Milliarden von €,
    während der Bürger erst nichts für sein Guthaben kriegt und dann auch noch um sein Geld bangen muss.
    Nur weiter so!

    5 Leserempfehlungen
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    • hakufu
    • 21. Juni 2013 11:22 Uhr

    Wer könnte das in China sein, in einem Staat, der alles bestimmt ?

    >>Es soll Finanzexperten geben, die voraussagen, dass die Finanzkrise von 2008 im Vergleich zu dem was uns jetzt erwartet "Peanuts" gewesen sei.<<

    ...dazu muß man kein großer Experte sein.

    Die Typen in den Bankvorständen oder am Steuer der Hedgefonds und den sonstigen Schaltzentralen der Finanzströme sind exakt dieselben wie vor 2008. Sie machen exakt dieselben Dinge und sind mit den den gleichen Finanz"produkten" unterwegs, die Dinger sind jetzt halt nur in einem anderen Paket verpackt und das Papier drumherum ist noch schicker, damit's einer kauft.
    Einziger Unterschied: es gibt jetzt noch viel mehr Geld im globalen Finanzmarkt, mit dem da gezockt werden kann.

    Nur Politiker oder sogenannte Wirtschaftsexperten können erwarten, daß sich bei gleichen Rahmenbedingungen, Zutaten und Vorgehensweisen das Ergebnis des Experiments vom vorherigen unterscheiden wird.
    Als naturwissenschaftlich gebildeter Mensch weiß man, daß hier exakt das gleiche rauskommen wird wie vorher auch.
    Einziger Unterschied: mehr Geld bedeutet mehr Reaktionsmasse, also wird der nächste Knall eben noch größer. Aber knallen wird es auf jeden Fall.

    • hakufu
    • 21. Juni 2013 11:22 Uhr

    Wer könnte das in China sein, in einem Staat, der alles bestimmt ?

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • Vibert
    • 21. Juni 2013 11:35 Uhr

    natürlich, oder war Ihre Antwort zynisch gemeint?

  1. >>Es soll Finanzexperten geben, die voraussagen, dass die Finanzkrise von 2008 im Vergleich zu dem was uns jetzt erwartet "Peanuts" gewesen sei.<<

    ...dazu muß man kein großer Experte sein.

    Die Typen in den Bankvorständen oder am Steuer der Hedgefonds und den sonstigen Schaltzentralen der Finanzströme sind exakt dieselben wie vor 2008. Sie machen exakt dieselben Dinge und sind mit den den gleichen Finanz"produkten" unterwegs, die Dinger sind jetzt halt nur in einem anderen Paket verpackt und das Papier drumherum ist noch schicker, damit's einer kauft.
    Einziger Unterschied: es gibt jetzt noch viel mehr Geld im globalen Finanzmarkt, mit dem da gezockt werden kann.

    Nur Politiker oder sogenannte Wirtschaftsexperten können erwarten, daß sich bei gleichen Rahmenbedingungen, Zutaten und Vorgehensweisen das Ergebnis des Experiments vom vorherigen unterscheiden wird.
    Als naturwissenschaftlich gebildeter Mensch weiß man, daß hier exakt das gleiche rauskommen wird wie vorher auch.
    Einziger Unterschied: mehr Geld bedeutet mehr Reaktionsmasse, also wird der nächste Knall eben noch größer. Aber knallen wird es auf jeden Fall.

    3 Leserempfehlungen
  2. Die chinesische Regierung wird Chinas Banken genau so retten müssen wie die us-amerikanische oder deutsche Regierung die jeweiligen nationalen Geldinstitute. Das Geld dazu wird halt gedruckt, und in dieser Hinsicht kann man von Glück sagen, dass die Zentralbanken auf Knopfdruck ohne Kosten beliebige Mengen Geld herstellen können. Nun kann man zwar leicht Geld herstellen, aber offenbar weiss niemand genau, welche Folgen das hat und ob damit Probleme gelöst oder langfristig eher produziert werden. Bis jetzt galt die Devise: lasst uns Geld drucken, und wenn sich die Wirtschaft irgendwie erholt und weiter wächst, schauen wir mal, wie wir das mit der Geldmenge hinbekommen. Vielleicht haben wir ja Glück und müssen gar nichts tun. Das geht in weiten Teilen der Welt schon einige Jahre so; betrachtet man es genauer, stellt man fest: Offenbar ist noch kein Problem gelöst, und von dem Gelddrucken kommt man nicht weg. Im Gegenteil, es muss auf der Welt immer mehr Geld gedruckt werden, um den Stand überhaupt zu halten. Das erinnert sehr an die Geschichte des Zauberlehrlings, der in den Wasserfluten zu ertrinken droht. Nur ist hier kein Meister in Sicht, der die Ordnung wieder herstellen kann. Die wahrscheinliche Prognose ist daher: irgendwann kollabiert das System und wir werden mit größeren Problemen da sitzen als zu Beginn der Krise.

    5 Leserempfehlungen
    • Vibert
    • 21. Juni 2013 11:35 Uhr

    natürlich, oder war Ihre Antwort zynisch gemeint?

  3. ...wird für eine ganz Weile der letzte gewesen sein.

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  4. Steve Keen, Max Keiser und James Rickards.

    Eine Leserempfehlung
  5. Ich spiele jetzt einmal Advocatus Diaboli und gehe von folgendem Szenario aus:

    Die Pleite der Bank of China wird durch von der Chinesischen Regierung wegen "wirtschaftlicher Überhitzung" angeordneten Zinserhöhungen ausgelöst. Dem in der Folge drohende Kollaps des chinesischen Finanzsystems wird von der autokratischen chinesischen Regierung durch eine Reihe von Notverordnungen entgegengewirkt. Diese Notverordnungen werden ihrerseits natürlich ohne Rücksicht auf individuelle Eigentumsrechte verfasst, aber halten das System China an der Macht. In der Folge stürzen die kollateralschäden besonders aufgrund der aberwitzig hohen Volumina von Dollar-Yüan Carrytrades das westliche Finanzsystem in den Abgrund. Die dadurch ausgelöste Krise übersteigt alles bisher im Westen dagewesene...

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    • deDude
    • 21. Juni 2013 13:50 Uhr

    ... die "westliche Welt" kommt ihren Zahlungsverpflichtungen auf Grund von "Notstandsverordnungen" nicht mehr nach, es kommt zum Bruch mit China sowie den meisten asiatischen Verbündeten die nun nichtmehr unter dem Schutz der USA stehen woraufhin sich der Konflikt bishin zu einer militärischen Auseinandersetzung aufschaukelt.

    So ungefähr...

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters, sdo
  • Schlagworte China | Finanzmarkt | Geld
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