PersonalabbauCommerzbank streicht jede neunte Stelle

Die Commerzbank will 5.200 Arbeitsplätze streichen. Das dürfte für neuen Streit mit der Gewerkschaft ver.di sorgen – die hatte zuvor deutlich niedrigere Zahlen genannt.

Das Logo der Commerzbank am Gallileo-Hochhaus in Frankfurt am Main.

Das Logo der Commerzbank am Gallileo-Hochhaus in Frankfurt am Main.  |  © Fredrik von Erichsen/dpa

Commerzbank will in den nächsten dreieinhalb Jahren rund 5.200 Arbeitsplätze streichen. Das ist jede neunte der 45.000 Vollzeitstellen im Konzern. Die meisten Stellen sollen im Geschäft mit Privatkunden wegfallen.

Im deutschen Kerngeschäft fallen bis zum Jahr 2016 allein 3.900 Stellen weg, zugleich sollen aber rund 1.000 an anderer Stelle neu geschaffen werden, etwa in der profitablen Mittelstandsbank. Am stärksten betroffen ist das Filialgeschäft, in dem allein 1.800 der 12.000 Mitarbeiter ihre Arbeit verlieren werden. "Unser Ziel ist es, den Stellenabbau in vollem Umfang ohne betriebsbedingte Beendigungskündigungen zu realisieren", sagte Personalvorstand Ulrich Sieber.

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Ein Teil sei bereits Anfang des Jahres beschlossen worden. Mit den Streichungen soll das lahmende Privatkundengeschäft in den 1.200 Filialen wieder profitabel gemacht werden. Zugleich will die Commerzbank zwei Milliarden Euro für Investitionen gewinnen, etwa um die veraltete IT zu modernisieren, ohne Mehrkosten zu verursachen.

Dem fallen viele Dienstleistungstätigkeiten in zentralen Funktionen – etwa in der Belegbearbeitung – zum Opfer. Keine der 1.200 Filialen soll wegen des Umbaus geschlossen werden, viele sollen sich aber stärker spezialisieren, etwa auf Baufinanzierung. "Wir haben gemeinsam mit den Arbeitnehmervertretern einen Weg gefunden, deutliche Kosteneinsparungen vorzunehmen, um an anderer Stelle durch Investitionen unsere Wettbewerbsfähigkeit und Ertragskraft zu sichern", sagte Sieber.

Beate Mensch, Vorstandsmitglied der Gewerkschaft ver.di, zeigte dagegen Zweifel an den Plänen: "Personalabbau und Zukunftsfähigkeit passen nicht zusammen, insbesondere wenn Kundengewinnung angestrebt und eine Qualitätsverbesserung des Kundenservices erzielt werden soll."

Die Commerzbank hat sich vorgenommen, bis 2016 eine Million Kunden zu gewinnen; zurzeit sind es elf Millionen. Mensch kritisierte, dass die Commerzbank den Stellenabbau in allen Bereichen zusammengezählt habe: Das führe "zu erheblicher Verunsicherung bei den Beschäftigten".

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Leserkommentare
  1. bei aller Empathie für die potenziellen Gekündigten,
    glaube ich, dass ich keine Veränderung ( trotz 1800 weniger Menschen) spüren werde :-(

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    die Commerzbank kündigt jedes Jahr einigen Tausend Mitarbeitern. Kann es sein, das die Volkseigene Bank viel zuviel Mitarbeiter hatte?
    verkürzt den Niedergang und macht die Bank zu!

  2. die Commerzbank kündigt jedes Jahr einigen Tausend Mitarbeitern. Kann es sein, das die Volkseigene Bank viel zuviel Mitarbeiter hatte?
    verkürzt den Niedergang und macht die Bank zu!

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters, kmi
  • Schlagworte Commerzbank | Ver.di | Arbeit | Baufinanzierung | Euro | Kundenservice
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