Der griechische Ministerpräsident Antonis Samaras ist mit einem Kompromissvorschlag zur Schließung des staatlichen Rundfunks ERT gescheitert. Beide Koalitionspartner von Samaras' liberal-konservativer Partei Nea Dimokratia lehnen seinen Plan ab, einen Teil des Sendebetriebs von ERT wieder aufzunehmen.    

"Jeglicher Umbau von ERT muss während des Betriebs des Senders stattfinden, und zwar so, wie er zuvor war", sagte der Sprecher der Linkspartei Dimar, Andreas Papadopoulos, der Nachrichtenagentur Reuters. Zuvor hatte bereits die sozialistische Pasok-Partei den Vorschlag zurückgewiesen.   

Sollten die Koalitionäre keine Einigung erzielen, könnte die Regierung scheitern und vorgezogene Neuwahlen nötig werden. Dies würde mit großer Wahrscheinlichkeit auch die laufenden Rettungsprogramme für Griechenland gefährden. Für Montagabend ist ein Koalitionsgipfel geplant.

Samaras hatte vorgeschlagen, ein parteiübergreifendes Gremium könne einige Redakteure einstellen, damit bestimmte Programme sofort wieder gesendet werden könnten. Er reagierte damit auf die Proteste von entlassenen Rundfunk-Mitarbeitern sowie den Koalitionspartnern. Nach der Einstellung von ERT waren Journalisten und Staatsbedienstete aus Solidarität in den Streik getreten.

Die Regierung hatte die Schließung mit Intransparenz und Verschwendung bei dem Sender begründet. Eine Umstrukturierung von ERT gehört auch zu den Forderungen der internationalen Geldgeber aus EU, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds. Die Abschaltung von ERT soll dazu beitragen, die Auflagen des Sparprogramms zu erfüllen. Rund 2.600 Mitarbeiter des Senders verlieren ihren Arbeitsplatz.