Das Hochwasser bereitet vielen Unternehmern Probleme – auch in Gebieten, die gar nicht überschwemmt sind. Die sächsischen Hoteliers und Wirte etwa befürchten massenhafte Stornierungen. "Die Leute haben den Eindruck, ganz Sachsen stünde unter Wasser", sagte der Geschäftsführer des sächsischen Hotel- und Gaststättenverbandes Dehoga, Frank Lehmann. Dabei seien die meisten Ausflugsziele noch gut zu erreichen. Dennoch würden Reisen storniert. "Und wir reden hier nicht von den nächsten drei oder vier Tagen, sondern vom ganzen Sommer oder länger", so Lehmann. Der Schaden aufgrund der vorsorglichen Stornierungen könne bei einzelnen Betrieben größer sein als die direkten Flutschäden. 

Schätzungen zufolge könnte das Hochwasser der deutschen Wirtschaft einen Schaden von mehr als elf Milliarden Euro zufügen. Die ökonomischen Folgen könnten damit ähnlich gravierend werden wie beim Elbe-Hochwasser von 2002. Das Bundesinnenministerium hatte dessen Kosten in Deutschland damals auf 13 Milliarden Euro geschätzt.

Der Bund bot zusätzlich zur angekündigten Millionenhilfe weitere Unterstützung an: Das Finanzministerium sicherte Opfern des Hochwassers Steuererleichterungen zu. Gemeinsam mit den betroffenen Ländern habe man beschlossen, die Bürger und Unternehmen zu unterstützen, hieß es auf der Webseite des Bundesfinanzministeriums.

Bei der Steuererklärung für 2013 könnten neu gekaufte Kleidung und Hausrat von der Steuer abgesetzt werden. Denkbar sei auch die Stundung fälliger Steuern. Auch auf Vollstreckungsmaßnahmen und Säumniszuschläge solle verzichtet werden, hieß es. Betroffene sollten sich wegen der Hilfsmaßnahmen an das örtliche Finanzamt und die jeweilige Gemeinde wenden.  

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte den Opfern der Flut bereits vor einigen Tagen 100 Millionen Euro Soforthilfe zugesagt