HandelskonzernKarstadt-Chef Andrew Jennings wirft hin

Der Manager will seinen Vertrag einem Medienbericht zufolge nicht verlängern. Offenbar gab es einen Konflikt darüber, wie die geschwächte Kaufhauskette zu sanieren sei.

Karstadt-Chef Andrew Jennings will seinen Ende des Jahres auslaufenden Vertrag nicht verlängern. Das berichtet die Bild am Sonntag unter Berufung auf Aufsichtsratskreise. Jennings wolle aber bleiben, bis ein Nachfolger gefunden sei. Dem Bericht zufolge wird bereits ein Nachfolger gesucht. Ein Unternehmenssprecher wollte sich nicht äußern. Er sagte, Karstadt kommentiere Personalfragen grundsätzlich nicht.

Grund für das Ausscheiden des Briten sind dem Bericht zufolge Differenzen über die Strategie zur Sanierung der Kaufhauskette. Unter Berufung auf die Aufsichtsratskreise berichtete die BamS, die Sanierungspläne von Jennings kämen nicht voran, weil Eigentümer Nicolas Berggruen das Geld für die Modernisierung der Kaufhäuser nicht freigebe.

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Jennings hatte den Posten bei Karstadt Anfang 2011 als Berggruens Wunschkandidat übernommen. Der frühere Chef der südafrikanischen Kaufhauskette Woolworths gilt als erfahrener Manager und "Turnaround-Experte", der geschwächten Firmen Erfolgsmeldungen verschafft.

Berggruen musste sich zuletzt gegen Kritik an seiner Geschäftsführung wehren. Er hatte die Kaufhauskette Karstadt 2010 nach der Pleite des Touristik- und Handelskonzerns Arcandor übernommen und damit vor dem Aus bewahrt. Er versprach damals, Arbeitsplätze zu erhalten und die Filialen zu modernisieren.

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Leserkommentare
  1. schlechter geworden,hat die Sortimente ausgedünnt, die Preise künstlich hoch-geschraubt- es ist ein Jammer wie die klassischen Kaufhäuser runterge-
    wirtschaftet werden- und das obwohl Herr Berggruen ein für ihn einzigartiges
    Steuersparmodell mit Karstadt verknüpft hat. Hoffentlich kommt als Nachfolger ein Kandidat mit Humor.

  2. "Der frühere Chef der südafrikanischen Kaufhauskette Woolworths"

    Na, ich weiss nicht, ob ein Südafrikaner aus einem Ramschladen der richtige Kandidat für den Aufbau einer Premium-Kette in Deutschland war. Kein Wunder, dass es bei Karstadt heute nur noch ein eingeschränktes Sortiment in mittlerer Qualität gibt, was dem eigentlichen Konzept eines Warenhauses á la Tietz völlig entgegenläuft und das man in jedem Verbrauchermarkt jwd ebenfalls findet.

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    • fraunl
    • 08. Juni 2013 19:06 Uhr

    @pale strina
    Jennings ist nicht Südafrikaner sondern Brite ;)

    Zum Anderen hat Woolworth Südafrika weder gesellschaftsrechtlich noch konzeptionell etwas mit den gleichnamigen Unternehmen in Deutschland oder anderen Ländern zu tun. In Südafrika ist Woolworth eine sehr erfolgreiche Premium Kaufhaus Gruppe.

    • wauz
    • 08. Juni 2013 18:30 Uhr

    Vor der Insolvenz hatte Karstadt einige Abteilungen, in denen durch Kompetenz und brauchbare Preise gepunktet wurde. Lustigerweise hatte gerade die Computerabteilung immer die Dinge vorrätig, die ich gerade benötigte. Bei weitem besser als der Wettbewerber, der behauptet, dass alle blöd wären, die woanders kauften.
    Leider ist das vorbei. Inzwischen sind die häufigsten Artikel Hamwernich und Kennwirnich. Warenkunde beim Verkaufspersonal? Autsch! Ich wollte einen Stabmixer kaufen... Frau dabei, Parkplatz gesucht, Lehrling fing dann an, Gebrauchsaweisungen zu lesen...
    Im Internet beim großen Händler stehen alle Merkmale fein säuberlich aufgelistet, man kann dann auch schöne Preisvergleiche machen, zahlt für das Produkt weniger, hat keine Beschaffungskosten, braucht den Hintern nur von Sofa nach Computertisch bewegen (Mit Wischbrett noch nicht einmal das), kann Samstag abends bestellen und hat das schicke Ding schon am Dienstag.
    Alles, was es beim SB-Warenhaus, wo ich meine Lebensmittel kaufe, nicht gibt, werde ich zukünftig online bestellen.

    Eine Leserempfehlung
    • fraunl
    • 08. Juni 2013 19:06 Uhr

    @pale strina
    Jennings ist nicht Südafrikaner sondern Brite ;)

    Zum Anderen hat Woolworth Südafrika weder gesellschaftsrechtlich noch konzeptionell etwas mit den gleichnamigen Unternehmen in Deutschland oder anderen Ländern zu tun. In Südafrika ist Woolworth eine sehr erfolgreiche Premium Kaufhaus Gruppe.

    Eine Leserempfehlung
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    Auch Woolworth war bis Mittel der 1990er Jahre kein "negativer Laden".

    Im Non-Food - Bereich hat man dort vieles Gute zu brauchbaren Preisen erhalten.

    Was Woolworths kaputt gemacht hat, war die falsche Strategie gegenüber den "1-€-Läden".

  3. aufgrund von Regenwetter ist mir absolut nicht klar, wieso man dieses Kaufhaus eigentlich noch erhalten will.

  4. Amazon (Internet) ist heute.
    Warum will man an etwas festhatlen, was vorbei ist.
    Wer hat heute noch einen Neckermann oder Quellekatalog zu Hause?

    Es ist wesentlicher Teil einer Marktwirtschasft, daß Produkte oder Geschäftszweige kommen und gehen. Wenn sich Karstadt dagegn stemmt und versucht mit einem monderneren Konzept zu überleben, dann ist das ok. Aber z.B. Alle Kaufhäuser und Arbeitsplätze erhalten zu wollen, wäre genauso falsch wie wenn man alle Kohlenzechen erhalten wollte.

  5. Auch Woolworth war bis Mittel der 1990er Jahre kein "negativer Laden".

    Im Non-Food - Bereich hat man dort vieles Gute zu brauchbaren Preisen erhalten.

    Was Woolworths kaputt gemacht hat, war die falsche Strategie gegenüber den "1-€-Läden".

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  • Quelle ZEIT ONLINE, AFP, mm
  • Schlagworte Karstadt | Sanierung | Chef | Geld | Vertrag
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