Der Siemens-Vorstandsvorsitzende Peter Löscher am 23.01.2013 während einer Pressekonferenz vor Beginn der Hauptversammlung in München © Peter Kneffel/dpa

Bei Siemens könnte ein Führungswechsel anstehen: An diesem Wochenende berät die Konzernspitze über die Zukunft des Unternehmens-Chefs Peter Löscher. Der hat als Reaktion auf die Spekulationen über seine Zukunft aber angekündigt, seinen Posten verteidigen zu wollen.

"Mir bläst jetzt der Wind ins Gesicht, aber es war noch nie meine Art aufzugeben oder schnell die Segel zu streichen", sagte der Manager der Süddeutschen Zeitung. "Ich habe einen Vertrag bis 2017, und gerade jetzt ist der Kapitän bei Siemens mehr gefragt denn je."

Die Geschäfte des Konzerns laufen nicht so gut wie erhofft. Am Donnerstag hatte Löscher sein selbstgestecktes Ziel aufgeben müssen, Siemens bis 2014 auf eine operative Rendite von zwölf Prozent zu hieven. Die Aktie des Konzerns sank daraufhin um sieben Prozent. Nach der Nachricht von Löschers eventuell bevorstehender Ablöse stieg sie dann am Freitag direkt wieder um zwei Prozent. 

Eine ganze Pannenserie hatte Löscher in den vergangenen Monaten immer stärker unter Druck gesetzt. Dazu gehörten die verspätete Auslieferung von ICE-Zügen für die Deutsche Bahn oder Verzögerungen bei der Anbindung von Nordsee-Windparks

Mögliche Nachfolger sind bereits im Gespräch

Der Aufsichtsrat kommt am Mittwoch zusammen, die Kapital- und Arbeitnehmervertreter treffen sich bereits am Wochenende zu Krisengesprächen. Als mögliche Nachfolger werden der Industrievorstand Siegfried Russwurm und der Finanzchef Joe Kaeser genannt. Letzterer war allerdings ebenso wie Löscher für die falschen Gewinnprognosen verantwortlich.  

Mit dem Abbau mehrerer Tausend Stellen und der Trennung von wenig rentablen Sparten wollte Löscher bis 2014 Siemens wieder vor die Konkurrenz bringen. Ein moderates Umsatzwachstum gehörte ebenfalls zu seiner Kalkulation.

Im Januar hatte Löscher den Aktionären eine Rückkehr zum alten Glanz versprochen. "Weltklasse: Für diesen Anspruch stehen ich und der gesamte Vorstand ein", sagte er. Mit dem Mittelfeld würde sich Siemens niemals zufriedengeben.