Die französische Publicis-Gruppe und die US-Kommunikationsagentur Omnicon wollen sich zum weltgrößten Werbekonzern zusammenschließen. Damit würde eine neue Nummer eins mit mehr als 130.000 Mitarbeitern entstehen, ein Konzern, der an der Börse knapp 27 Milliarden Euro wert ist. Es sei eine Fusion unter Gleichen, sagten die Unternehmen in einer gemeinsamen Erklärung.

Schon seit einigen Tagen hatte es Gerüchte über derartige Pläne gegeben. Das kombinierte Unternehmen würde WPP aus Großbritannien als Branchenprimus ablösen. Mit dem Abschluss wird Ende dieses oder Anfang nächsten Jahres gerechnet.

Die Wettbewerbshüter müssen allerdings noch zustimmen, was in den USA nicht als gesichert gilt. Denn durch die Fusion kommen zahlreiche namhafte Werbe- und PR-Agenturen wie BBDO, Saatchi & Saatchi, Leo Burnett, Ketchum oder Fleishman-Hillard unter ein gemeinsames Dach. Der neue Werbe-, Marketing- und PR-Konzern würde einen Jahresumsatz von rund 18 Milliarden Euro erwirtschaften.

Der Zusammenschluss könnte die Medienbranche weiter unter Druck setzen. Die Größe und die weltweite Verbreitung des neuen Unternehmens könnte dessen Kunden zu günstigeren Preisen für Kampagnen im Fernsehen, Internet sowie in Zeitungen und Zeitschriften verhelfen.

Gleichberechtigte Chefs

An der neuen Publicis Omnicom Group sollen die Anteilseigner beider Seiten je rund die Hälfte der Anteile halten. Die neue Gesellschaft soll ihren Sitz in den Niederlanden haben, die Zentralen bleiben aber in Paris und New York. Dort sollen auch die Aktien notiert bleiben. Publicis-Chef Maurice Levy und Omnicom-Chef John Wren würden die Gruppe zunächst als gleichberechtigte Chefs führen. Die Unternehmen planen nach eigenen Angaben keine Entlassungen.

Die Konkurrenz reagierte bereits mit Kritik: "Das ist ein Geschäft, was zwei Menschen glücklich macht und 130.000 Mitarbeiter und eine ganze Menge an Kunden destabilisiert und beunruhigt", sagte Havas-Chef David Jones. "Heutzutage wollen Kunden uns schneller, agiler, mehr behände und mehr unternehmerisch, nicht größer und mehr bürokratisch und mehr komplex."