Siemens-Vorstandsvorsitzende Peter Löscher bei der Jahresbilanz-Pressekonferenz im Jahr 2011 © Peter Kneffel/dpa

Der Vorstandsvorsitzende von Siemens, Peter Löscher, muss seinen Posten verlassen. Der Aufsichtsrat des Unternehmens werde bei einem Treffen am 31. Juli das vorzeitige Ausscheiden Löschers beschließen, teilte ein Sprecher von Siemens mit. Dabei soll auch über einen Nachfolger abgestimmt werden. Informierte Kreise rechnen damit, dass Finanzchef Joe Kaeser neuer Siemens-Chef werden wird.

Siemens hatte am Donnerstag bekannt gegeben, dass das Ziel von mindestens zwölf Prozent Gewinn am Umsatz, die sogenannte operative Marge, bis 2014 nicht zu erreichen ist. Mit dieser Gewinnmarge wollte das Unternehmen sein Sparprogramm finanzieren. 

Der Aktienkurs des Unternehmens brach daraufhin ein. Nach Spekulationen um eine möglicherweise bevorstehende Ablösung Löschers stieg der Kurs am Freitag aber bereits wieder.

Löscher hatte zuvor noch angekündigt, um seinen Job kämpfen zu wollen. "Mir bläst jetzt der Wind ins Gesicht, aber es war noch nie meine Art, aufzugeben oder schnell die Segel zu streichen", sagte er der Süddeutschen Zeitung. "Ich habe einen Vertrag bis 2017, und gerade jetzt ist der Kapitän bei Siemens mehr gefragt denn je."