EnergiebrancheSolarunternehmen Conergy meldet Insolvenz an

Die Krise der Solarbranche macht auch Conergy zu schaffen. 2012 verzeichnete es einen Verlust von 83 Millionen Euro. Nun hofft das Unternehmen auf einen neuen Investor.

Ein Werk der Conergy SolarModule GmbH & Co. KG. in Frankfurt (Oder). (Archiv)

Ein Werk der Conergy SolarModule GmbH & Co. KG. in Frankfurt (Oder). (Archiv)  |  © Patrick Pleul/dpa/lbn

Das Hamburger Solarunternehmen Conergy hat Insolvenz angemeldet. Grund sei eine unerwartete Zahlungsverzögerung aus einem Großprojekt, teilte das Unternehmen mit. Wie der einstige Vorreiter der Branche mitteilte, wurde auch für die Tochtergesellschaften ein Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beim Amtsgericht Hamburg gestellt. Insgesamt beschäftigt die AG rund 1.200 Mitarbeiter.

Die Unternehmensleitung hofft, im Rahmen des Insolvenzverfahrens mithilfe eines Investors eine Weiterführung des gesamten Geschäftsbetriebs zu erreichen. Conergy hatte zuletzt auf einen rettenden Investor aus Asien gesetzt, der Bankverbindlichkeiten ablösen sollte. Die schwere Branchenkrise machte die erhoffte Erholung zunichte.

Anzeige

Im vergangenen Jahr erwirtschaftete Conergy bei 473,5 Millionen Euro Umsatz einen operativen Verlust (Ebit) von 83 Millionen Euro. Der Preisverfall und der teure Ausstieg aus einem Liefervertrag mit dem US-Waferproduzenten MEMC wirkten sich negativ auf die Bilanz des Unternehmens aus. Im laufenden Jahr sollte bei 700 bis 800 Millionen Euro Umsatz wieder ein kleiner operativer Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen verzeichnet werden.

Zur Startseite
 
Leserkommentare
  1. ... hunderttausende neu Arbeitsplätze, Energiewende, ... und unendliche Subventionen, und die Schuldenberge wachsen und gedeihen. Lang lebe die Solarenergie!

    4 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    fallen hier in solchen Kommentaren immer wieder unter den Tisch. Die derzeitige Überproduktion von Solarmodulen gerade auch im Zuge des Handelskrieges zwischen China, den US und Europa - allen voran hier Deutschland - auch das wird nicht erwähnt.
    Solartechnik kann - entsprechend ingenieurstechnisch eingesetzt und berechnet und zukunftstauglich evaluiert sehr wohl im Mix mit anderen regenerativen Formen der Energiegewinnung als "Zukunftstechnologie" bezeichnet werden.
    Dafür jedoch bedarf es eines etwas offeneren Blickes über den verrußten und vernebelten Tellerrand hinaus.

    .. der allein wir doch in Deutschland unseren Wohlstand verdanken, oder?

    Was wurde da nicht konsolidiert, aufgekauft und subventioniert, dass sich die Steuerzahler bogen. Größter Subventionsempfänger in der Finanzkrise nach 2008: die Marke mit dem Stern. Und dazu dann die Milliarden für die "Abwrackprämie".

    BMW (selbst in der Nachkriegszeit nur mühsam vor der Insolvenz gerettet) bekam 1999 staatliche Zuschüsse in dreistelligem Millionenbereich für die (dann missglückte) Sanierung von Rover:

    "Betroffen aber macht mich Ihre Haltung. Als Politiker verteilen Sie Geld, das Sie nicht haben, an Leute, die es nicht brauchen." (Wendelin Wiedeking.)

    Die Insolvenz von Conergy ist kein Zeichen der Verderbtheit der Solarenergie an sich, eben so wie das Markt-Aus von über 500 ehemaligen deutschen Automobilherstellern ein Beweis für die Verderbtheit des Autos als solches wäre.

    • tnie
    • 05. Juli 2013 14:16 Uhr

    stecken wir das Geld lieber in Atomkraftwerke und Autohersteller!

    Mit dem Atommüll und der angerichteten Klimakatastrophe können wir noch jahrhundertelang unsere Nachkommen beschäftigen - DAS ist Zukunftstechnologie!

    In Deutschland jedenfalls wird mit der PV die ineffizienteste Form der Energiegewinnung am stärksten subventioniert.
    Bei einem Anteil von nur 1/5 an den regenerativen Energien bekommen die Sonnenkönige fast 2/3 der EE- Förderung.
    Da aber die Sonne nur 1.500 Stunden im Jahr kräftig scheint, benötigt man für diese Technik mindestens eine dreimal so hohe Speicherkapazität wie etwa bei Offshore-Windanlagen, sollten die schmutzigen Kohlekraftwerke eines Tages wirklich vom Netz gehen. Und auch diese Speicherkapazitäten wird man dann subventionieren müssen, weil sie sich sonst nicht rechnen.
    Wenn das die Zukunft ist, dann gute Nacht!

    • shtok
    • 05. Juli 2013 10:49 Uhr

    der EE-Branche in D wünscht sich der geneigte ZEIT-Leser mal eine fundierte technisch, wirtschaftliche (inklusive Betriebswirtschaft) und politische Analyse der EE-Expertin und Wirtschaftsjournalistin der ZEIT Frau Marlies Uken.

    @Thema
    Das war absehbar und sollte weiteren Generationen als Warnung dienen Lobbyismus und Subventionen gehen niemals gut.
    Spannend wäre auch zu erfahren, um welches Großprojekt es sich denn handelt, das mit seiner Zahlungsverzögerung mutmasslich zur Insolvenzanmeldung beigetragen hat. hoffentlich nicht Desertec (http://www.n24.de/n24/Nac...).

    2 Leserempfehlungen
  2. fallen hier in solchen Kommentaren immer wieder unter den Tisch. Die derzeitige Überproduktion von Solarmodulen gerade auch im Zuge des Handelskrieges zwischen China, den US und Europa - allen voran hier Deutschland - auch das wird nicht erwähnt.
    Solartechnik kann - entsprechend ingenieurstechnisch eingesetzt und berechnet und zukunftstauglich evaluiert sehr wohl im Mix mit anderen regenerativen Formen der Energiegewinnung als "Zukunftstechnologie" bezeichnet werden.
    Dafür jedoch bedarf es eines etwas offeneren Blickes über den verrußten und vernebelten Tellerrand hinaus.

    7 Leserempfehlungen
  3. .. der allein wir doch in Deutschland unseren Wohlstand verdanken, oder?

    Was wurde da nicht konsolidiert, aufgekauft und subventioniert, dass sich die Steuerzahler bogen. Größter Subventionsempfänger in der Finanzkrise nach 2008: die Marke mit dem Stern. Und dazu dann die Milliarden für die "Abwrackprämie".

    BMW (selbst in der Nachkriegszeit nur mühsam vor der Insolvenz gerettet) bekam 1999 staatliche Zuschüsse in dreistelligem Millionenbereich für die (dann missglückte) Sanierung von Rover:

    "Betroffen aber macht mich Ihre Haltung. Als Politiker verteilen Sie Geld, das Sie nicht haben, an Leute, die es nicht brauchen." (Wendelin Wiedeking.)

    Die Insolvenz von Conergy ist kein Zeichen der Verderbtheit der Solarenergie an sich, eben so wie das Markt-Aus von über 500 ehemaligen deutschen Automobilherstellern ein Beweis für die Verderbtheit des Autos als solches wäre.

    6 Leserempfehlungen
    • tnie
    • 05. Juli 2013 14:16 Uhr

    stecken wir das Geld lieber in Atomkraftwerke und Autohersteller!

    Mit dem Atommüll und der angerichteten Klimakatastrophe können wir noch jahrhundertelang unsere Nachkommen beschäftigen - DAS ist Zukunftstechnologie!

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • sjdv
    • 08. Juli 2013 9:29 Uhr

    " jawoll! stecken wir das Geld lieber in Atomkraftwerke und Autohersteller!"

    "Wir" stecken das Geld am besten nirgendwo hin. Wir leben zum Glück nicht in einer Planwirtschaft, in der "wir" entscheiden, welcher VEB in den nächsten 5 Jahren wie viel Geld bekommt.
    Kein Mensch steckt Geld in die Autobauer, ganz im Gegenteil, die Autobauer stecken Geld in den Staat über die Steuern, die sie zahlen.

  4. Mal abgesehen davon, dass in die Banken Geld gepumpt wird, die aber jetzt diese Firma nicht weiter stützen und dass die offizielle Leitlinie der Regierung die Förderung der neuen Energien ist und die Streichung der Unterstützung daher nicht einzusehen:

    Dies ist eine Tragödie für Frankfurt. Das dritte Solarunternehmen, das von der Bildfläche verschwindet, noch mehr Arbeitslose bei einem Haushalt, bei dem die Stadt nicht nur über die Streichung des Staatsorchesters sondern auch der Straßenbahn nachdenkt. Einfach nur furchtbar.

  5. Wir alle haben immer doch nur zugezahlt, viele Jahre werden wir weiterhin zahlen; kassiert haben aber vor allem die Solarfirmen dann, etwa ein Herr Asbeck mit seiner Firma SolarWorld AG, die sich mit diesen solchen politischen Fehlentscheidungen ihre goldene Nase verdient haben (A. soll angeblich gerade überlegen, welche Innenausstattung er für den nächsten Rolls Royce aussucht).. Den gutsituierten Grünen(-wählern, -mitgliedern und - funktionären) tut sowas nicht allzu weh, aber den meisten ärmeren Menschen in Deutschland durchaus dann, die sich halt keine Solarpanels auf ihren Dächer leisten können. Die Ärmeren leben doch immer nur von der Hand in den Mund, aber solche Mitmenschen (Wähler) sind für CDU/CSU, FDP, SPD und Grünen in Deutschland unerheblich. Die Statistiken zeigen ja, dass diese Menschen eher zu den Nichtwählern zählen. Also, weiter so! Energiewende, prima Idee!

  6. In Deutschland jedenfalls wird mit der PV die ineffizienteste Form der Energiegewinnung am stärksten subventioniert.
    Bei einem Anteil von nur 1/5 an den regenerativen Energien bekommen die Sonnenkönige fast 2/3 der EE- Förderung.
    Da aber die Sonne nur 1.500 Stunden im Jahr kräftig scheint, benötigt man für diese Technik mindestens eine dreimal so hohe Speicherkapazität wie etwa bei Offshore-Windanlagen, sollten die schmutzigen Kohlekraftwerke eines Tages wirklich vom Netz gehen. Und auch diese Speicherkapazitäten wird man dann subventionieren müssen, weil sie sich sonst nicht rechnen.
    Wenn das die Zukunft ist, dann gute Nacht!

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters, lab
  • Schlagworte Abschreibung | Ebit | Gewinn | Insolvenz | Steuer | Umsatz
Service