Der Autohersteller Daimler hat im Streit um einen Zulassungsstopp in Frankreich einen Sieg vor Gericht errungen. Das oberste Verwaltungsgericht in Paris setzte vorübergehend den seit einigen Wochen herrschenden Verkaufsstopp für Kompaktwagen aus.

Für einige Fahrzeuge der A-, B-, SL- oder CLA-Klasse hatte Daimler wegen eines umstrittenen Kältemittels keine Verkaufserlaubnis von den Behörden erhalten. Die Justiz ordnete nun an, dass der Verkauf bis zu einer endgültigen Entscheidung wieder zugelassen wird. Dies solle innerhalb der nächsten 48 Stunden geschehen.

Frankreich hatte sich seit Anfang Juli geweigert, die Kompaktmodelle von Mercedes zuzulassen, die vom Kraftfahrtbundesamt mit einem alten Kältemittel zertifiziert worden waren. Die französischen Behörden wollten den Autobauer zwingen, in neuen Modellen ein modernes Kältemittel einzusetzen. Sie werfen dem Konzern unzulässige Umgehung von EU-Umweltvorschriften vor.

Daimler verweist auf Sicherheitstests, bei denen das Kältemittel Feuer gefangen und giftiges Gas freigesetzt hatte. Das Kraftfahrtbundesamt genehmigte Daimler die Verwendung des alten Kältemittels. Außer Frankreich erkennen das alle EU-Staaten an.

Daimler hatte gegen die Blockade eine Verfügung beantragt. Das Gericht hatte am vergangenen Freitag dazu verhandelt. In Stuttgart wurde die Entscheidung begrüßt: "Der Conseil d'Etat hat unsere Rechtsauffassung bestätigt", hieß es bei Daimler.