Die für den US-amerikanischen Wohnungsmarkt zuständige Behörde FHFA fordert von der Großbank J.P. Morgan sechs Milliarden Dollar wegen umstrittener Hypothekengeschäfte. Wie die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf Insider meldet, fordert die Behörde damit deutlich weniger als noch vor zwei Jahren. Damals hatte die FHFA die Bank auf 33 Milliarden Dollar Schadensersatz verklagt. 

J.P. Morgan will Insidern zufolge die Strafe trotzdem nicht zahlen und eine weitere Reduzierung der Summe erwirken.

Hintergrund der Klage sind die Geschäfte von amerikanischen Großbanken, darunter auch J.P. Morgan, auf dem Wohnungsmarkt vor der Finanzkrise. Die Banken gewährten damals einkommensschwachen Familien Kredite im großen Stil. Diese Kredite waren mit einem hohen Ausfallrisiko für die Banken behaftet. Um dieses Risiko zu minimieren und die eigene Bilanz zu verbessern, bündelten die Institute die Hypotheken in Wertpapieren und verkauften sie weiter.

Als viele Kreditnehmer ihren Zahlungen nicht mehr nachkommen konnten und der Markt dadurch kollabierte, wurden auch die Wertpapiere nahezu wertlos. Die Käufer, darunter auch deutsche Großbanken, erlitten Milliardenverluste. 

Investoren wollen ihr Geld zurück

Ein Teil der Investoren versucht nun, sich das Geld zurückzuholen. Die FHFA gehört dazu und hat neben J.P. Morgan noch gegen 16 weitere Banken wegen derartiger Geschäfte Klage eingereicht.  

Die Behörde wirft den Finanzinstituten vor, beim Verkauf der Wertpapiere über deren mindere Qualität hinweggetäuscht zu haben. Der Klageschrift zufolge geht es um einen Schaden von fast 200 Milliarden Dollar.

Die Schweizer Bank UBS hatte sich im Juli bereits mit der Behörde geeinigt und 885 Millionen Dollar gezahlt.

J.P. Morgan hat sich von der Finanzkrise inzwischen wieder erholt. Allein 2012 verdiente die Bank netto mehr als 21 Milliarden Dollar – ein Rekordgewinn. Aber die vielen Affären kratzen am Image der einst erfolgreichen Bank. In den vergangenen zwei Jahren musste Vorstandschef Jamie Dimon jeweils fünf Milliarden Dollar für Rechtsstreitigkeiten aufbringen. Zuletzt hatte es Vorwürfe der Vetternwirtschaft in China gegeben, denen die US-Börsenaufsicht SEC nachgeht.