Josef Ackermann legt nach dem Rücktritt beim Versicherungskonzern Zurich auch sein Aufsichtsratsmandat bei Siemens nieder. Er habe sich entschieden, aus dem Aufsichtsrat von Siemens zurückzutreten, sagte Ackermann bei einer Buchvorstellung in Berlin. "Wir hatten unterschiedliche Vorstellungen, wie man den Prozess der Nachfolge gestaltet", begründete er.  

Ackermann hatte die Turbulenzen rund um den Chefwechsel bei Siemens mehrfach intern kritisiert. Er war gegen den Rauswurf von Peter Löscher, hatte aber im Machtkampf mit Aufsichtsratschef Gerhard Cromme verloren. "Diskrepanzen in Stil und Fairnessfragen" hätten den Ausschlag für seine jetzige Entscheidung gegeben, sagte Ackermann.

Ausschlaggebend für die Trennung von Löscher war eine Gewinnwarnung von Ende Juli gewesen. Der Konzern hatte damit das Renditeziel für 2014 aufgegeben. Hinzu kamen verspätete Lieferung von Zügen an die Bahn oder nach wie vor fehlende Anschlüsse von Windparks in der Nordsee.

Sein Rückzug bei Zurich hatte andere Gründe: die Selbsttötung des Konzernfinanzchefs Pierre Wauthier. Ackermann wurde von dessen Familie vorgeworfen, er habe den Konzern mit zu starkem Druck reformieren wollen. Das wies er zurück: "Dass ich in einem Brief verantwortlich oder mitverantwortlich gemacht werde, muss ich in aller Entschiedenheit zurückweisen."

Seine anderen Aufsichtsratsmandate, darunter bei Shell, werde er behalten, sagte Ackermann.