Der Smartphone-Hersteller Blackberry hat nach Milliardenverlusten zahlreiche Entlassungen angekündigt. 4.500 Stellen sollen gestrichen werden, teilte das kanadische Unternehmen mit. Im zweiten Geschäftsquartal habe Blackberry einen Betriebsverlust von 950 bis 995 Millionen Dollar netto eingefahren. Nach Bekanntwerden dieser Angaben fiel der Aktienkurs um 16 Prozent.

Der Stellenabbau entspricht etwa 40 Prozent der weltweiten Belegschaft. Die Betriebskosten sollen so halbiert werden. Auch die Modellpalette soll von sechs auf vier Geräte verkleinert werden. Der Fokus werde künftig auf Unternehmenskunden liegen, hieß es. Der deutsche Vorstandsvorsitzende Thorsten Heins sprach von "schwierigen, aber notwendigen Veränderungen".

Ein Grund für den Verlust sind Abschreibungen auf nicht verkaufte Geräte mit dem Anfang des Jahres gestarteten Betriebssystem Blackberry 10. Die Handys verkauften sich schlechter als kalkuliert. So lieferte Blackberry im vergangenen Geschäftsquartal nur 3,7 Millionen Smartphones aus.

Das erste Blackberry-Smartphone war 1999 erschienen. In den letzten Jahren hat der einstige Marktvorreiter jedoch den Anschluss an die Rivalen Apple und Samsung verloren. Im August dieses Jahres hatte Blackberry angekündigt, alle "strategischen Alternativen" in Betracht zu ziehen, darunter auch einen Verkauf.