Bei Opel hat ein Teil der Belegschaft im Werk Bochum in der Nacht wild gestreikt. Nach einer Belegschaftsversammlung an dem Standort im Ruhrgebiet, die bis in die tiefe Nacht dauerte, hätten sich bis zur Frühschicht um 7 Uhr etwa 140 Beschäftigte an einer "illegalen Arbeitsniederlegung" beteiligt, sagte ein Unternehmenssprecher und bestätigte damit einen Bericht der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung. Nach der Belegschaftsversammlung hätten "einige Mitarbeiter" ihre Kollegen aufgerufen, nicht an die Bänder zu gehen. Diesem Aufruf seien rund 140 Beschäftigte gefolgt.

Insgesamt arbeiten bei Opel in Bochum in der Nachtschicht nach Unternehmensangaben zwischen 800 und 1.000 Beschäftigte. Wie der Sprecher sagte, sei die Produktion durch den Streik eingeschränkt gewesen. Ab sieben Uhr aber sei alles wieder normal gelaufen. Ob die am Streik beteiligten Mitarbeiter gemaßregelt würden, sei "noch nicht entschieden".

In der Belegschaftsversammlung ging es um die geplante Schließung des Standorts. Sie hatte am Montagmorgen 8 Uhr begonnen und bis Dienstag um 1 Uhr gedauert. 51 Redner meldeten sich nach Betriebsratsangaben zu Wort. Es sei die "längste Belegschaftsversammlung in der Geschichte von Opel" gewesen, hieß es. Opel will das Werk Ende 2014 schließen.

Der Bochumer Betriebsratschef, Rainer Einenkel sprach in der Zeitung von einer "demokratischen Entscheidung" der Mitarbeiter. Er selbst distanzierte sich von wilden Streiks: "Ich glaube, wir müssen den Weg der Verhandlungen gehen", sagte der Betriebsratschef.

Der Konzern verabschiedet sich derzeit von der Strategie, in Schwellenländer zu exportieren. "All diese tollen Pläne über China, auch Australien, die sicher nett gedacht waren, hätten uns nur von unserem Hauptweg abgelenkt", sagte Vorstandschef Karl-Thomas Neumann zu Beginn der Automesse IAA in Frankfurt. Die Tochter des US-Konzerns General Motors müsse sich in Europa behaupten.

Außerhalb ihres Heimatmarktes wolle die Marke mit dem Blitz lediglich in Russland und der Türkei wachsen. "Es ist die Aufgabe des Gesamtkonzerns, uns so zu finanzieren, dass das auch geht." Es sei über viele Jahre ein Fehler gewesen, Opel nicht als Teil des US-Konzerns zu betrachten.

Der Detroiter Mutterkonzern investiert insgesamt vier Milliarden Euro in neue Fahrzeuge und Motoren, um Opel bis 2016 aus der Verlustzone zu führen. Das Geld dafür verdient GM in den USA und Asien, wo die Geschäft besser laufen als in Europa.