Deutsche Finanzinstitute betreiben milliardenschwere Geschäfte mit Atomwaffenherstellern. Das geht aus einer Studie des niederländischen Verbands IKV Pax Christi und der Anti-Atomwaffenkampagne ICAN hervor. Insgesamt betrugen zwischen 2010 und 2012 die deutschen Investitionen 7,6 Milliarden Euro. Untersucht wurden Geschäfte mit Firmen, die Atomsprengköpfe und Trägersysteme entwickeln, produzieren oder warten.

Die Deutsche Bank ist für fast die Hälfte dieses Betrages verantwortlich. Sie investierte laut der Studie unter anderem über Aktien, Anleihen und Kredite mehr als 3,5 Milliarden Euro in Hersteller von Atomwaffensystemen. Auf Rang zwei folgt die Commerzbank mit 1,7 Milliarden Euro. Sie unterhält Beziehungen zu neun dieser Unternehmen. Die Allianz war im Jahr 2012 noch an erster Stelle der Liste, nun folgte sie auf Platz drei mit mehr als einer Milliarde Euro Investitionen. Hinzukommen die Landesbanken BayernLB und Helaba sowie die KfW, Sparkasse und DZ Bank.

Weltweit gibt es laut Studie 298 Finanzdienstleister aus 30 Ländern, die die Atomwaffenindustrie unterstützen. Dabei wurden im Untersuchungszeitraum 235 Milliarden Euro investiert. Deutschland nimmt hinter den USA, Großbritannien und Frankreich Rang vier ein.

"Seit der ersten ICAN-Studie vor zwei Jahren hat sich am Investitionsverhalten deutscher wie internationaler Finanzinstitute offensichtlich wenig geändert. Sie unterstützen die Atomwaffenindustrie weiterhin umfassend und in vielfältiger Form", sagte Jacob Romer, Koordinator von ICAN Deutschland.

Thomas Küchenmeister, der die ICAN-Mitgliedsorganisation Facing Finance koordiniert, verwies auf den Vertrag über die Nichtverbreitung von Kernwaffen, der Deutschland dazu verpflichte, zur nuklearen Abrüstung beizutragen. "Wenn Deutschland das Ziel einer atomwaffenfreien Welt ausruft, sollten dies auch deutsche Finanzdienstleister in Bezug auf Investitionen in die Hersteller von Nuklearwaffentechnologien tun."

Laut Studie gibt es in Deutschland auch Hersteller von Nuklearwaffen. So seien EADS und ThyssenKrupp an der Produktion beteiligt. Zu ihnen bestünden zudem die stärksten finanziellen Verflechtungen der deutschen Banken.