Der Energiekonzern RWE baut weiter erheblich Personal ab. Konzernweit sollen bis 2016 weitere 6.750 Stellen wegfallen oder durch Verkauf abgegeben werden, davon allein 4.750 in Deutschland. Das kündigte Personalvorstand Uwe Tigges anlässlich der Quartalsbilanz in Essen an. Verhandlungen müsse es auch über die Höhe der Gehälter sowohl der Mitarbeiter als auch der Führungskräfte geben, sagte Tigges.

Deutschlands zweitgrößter Energieversorger RWE hatte zuvor bereits in zwei Schritten angekündigt, insgesamt 10.400 Jobs abbauen zu wollen. Für das kommende Jahr sagte RWE deutlich sinkende Gewinne voraus. Die "verringerte Ertragskraft" geht demnach vor allem auf die konventionelle Stromerzeugung zurück – also vor allem das Geschäft mit Kohlekraftwerken. Der Konzern strebt daher Einsparungen von rund einer Milliarde Euro in den kommenden vier Jahren an.

Der Personalstand werde sich von rund 67.400 Stellen zum Jahresende 2013 auf knapp 61.000 verringern. Betriebsbedingte Kündigungen sollten über eine konzerninterne Jobbörse, Altersteilzeit und die natürliche Fluktuation vermieden werden, sagte Tigges. Den bis Ende 2014 laufenden tariflichen Kündigungsschutz könne er angesichts der Lage auf dem Energiemarkt nicht verlängern.

Das Unternehmen hatte Ende September auch eine Halbierung der Dividende angekündigt. Die Ertragslage in der konventionellen Stromerzeugung habe sich in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres bereits deutlich verschlechtert, schrieb Vorstandschef Peter Terium an die Aktionäre. "Wir haben hier fast zwei Drittel vom betrieblichen Ergebnis des Vorjahres eingebüßt."

Der Konzern erwartet für das kommende Jahr einen deutlichen Ergebnisrückgang: Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen werde auf 7,6 bis 8,1 Milliarden Euro schrumpfen nach 9 Milliarden Euro in diesem Jahr.

2.300 Jobs weniger in der Kraftwerkssparte

Der neue Personalabbau verteile sich im Wesentlichen auf die Kraftwerkssparte (2.300 Stellen), die Zentralisierung mit dem Sparprogramm "RWE 2015" (2.400 Stellen) und den geplanten Verkauf der Ölfördertochter Dea (1.400 Stellen). Deutlich gespart werden soll auch an der Tochter für erneuerbare Energien RWE Innogy (250 Stellen).

Im ersten Quartal 2014 werde es Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretern geben, sagte Tigges. Die Arbeitnehmer fordern eine Verlängerung des Kündigungsschutzes möglichst um zehn Jahre, was das Unternehmen ablehnt. Keine Einigung gibt es bisher auch zu einer vom Unternehmen ins Spiel gebrachten Nullrunde beim Gehalt.