Das Logo des Apple-Konzerns am Eingang der Filiale in der Fifth Avenue in New York © Lucas Jackson/Reuters

Das US-Unternehmen Apple hat das Start-up Topsy gekauft. Dies berichtet das Wall Street Journal und nennt als Kaufpreis die Summe von mehr 200 Millionen Dollar (mehr als 147 Millionen Euro). Die auf Medienforschung spezialisierte Firma Topsy ist einer der wenigen Partner von Twitter. Sie hat Zugriff auf alle Daten des Kurznachrichtendienstes.

Topsy Labs analysiert die Kommunikation bei Twitter, um Trends und Meinungsmachern auf die Spur zu kommen. Überdies betreibt das Unternehmen mit Sitz in San Francisco eine kostenlose Suchmaschine, die einen Katalog mit jedem seit 2006 geposteten Tweet enthält – ein Angebot, das bei Twitter nicht frei zugänglich ist. Mit diesem Index, so hatte Topsy Anfang des Jahres erklärt, könnten Firmen und Werbetreibende "aussagekräftige Signale aus dem Rauschen der sozialen Medien herausfiltern".

Mit dem Kauf von Topsy könnte Apple seine Marketingplattform iAd für seine iPhones und iPads ausbauen. Tatsächlich versucht Apple schon seit Jahren, seine Werbeeinnahmen zu erhöhen. Mit den Tools zur Twitter-Analyse könnte Apples iPhone künftig zudem über eine gefragte Suchfunktion verfügen, die Konkurrenzprodukte mit Android-Betriebssystem nicht haben. Das Wall Street Journal spekuliert zudem, dass Apple Topsy auch im Zusammenhang mit seinem neuen Musik-Streaming-Dienst einsetzen könnte.

Apple selbst wollte den Zeitungsbericht nicht kommentieren. Eine Sprecherin erklärte lediglich, dass der Konzern von Zeit zu Zeit Start-up-Unternehmen kaufe, aber gewöhnlich nicht öffentlich über seine Ziele und Pläne spreche. Auch Topsy reagierte auf Anfragen für eine Stellungnahme nicht.

Die Startseite des Medienforschungsunternehmens Topsy © Topsy/Screenshot

Im vergangenen Jahr hat Apple insgesamt 496 Millionen Dollar (rund 365 Millionen Euro) in den Aufkauf anderer Firmen investiert. Die Zukäufe waren aber eher im Hardwarebereich angesiedelt als bei sozialen Netzwerken. So erwarben die Kalifornier im November den israelischen Hersteller von 3D-Sensoren, PrimeSense. Der Preis lag israelischen Medien zufolge bei 350 Millionen Dollar.

Bislang hatte Apple nur einen nennenswerten Versuch bei sozialen Medien gestartet. Über Ping konnten Nutzer Musiktitel posten. Der Dienst wurde aber inzwischen mangels Interesse wieder eingestellt.