Der Windparkbetreiber Prokon hat Insolvenz angemeldet. Das Amtsgericht Itzehoe hat das vorläufige Insolvenzverfahren über das Unternehmen Prokon Regenerative Energien eröffnet. Das Gericht bestätigte, dass ein Rechtsanwalt zum Insolvenzverwalter bestellt wurde.

Das Unternehmen, das in erneuerbare Energien investiert, finanziert sich fast ausschließlich über Genussrechte. Weil viele Anleger ihre Genussrechte gekündigt haben, ist das Unternehmen in eine ernste Liquiditätsklemme geraten. Ein Ultimatum des Unternehmens an die Anleger, ihr Geld nicht abzuziehen, war am Montag ohne Erfolg abgelaufen. Prokon hatte vor allem bei Kleinanlegern 1,4 Milliarden Euro eingesammelt. Ihr Geld dürfte mit der Insolvenz weitgehend verloren sein.

In einem Schreiben vom 10. Januar hatte Prokon seine Anleger vor einer drohenden Insolvenz gewarnt und sie aufgefordert, kein Kapital abzuziehen und bestehende Kündigungen zurückzuziehen. Eine Planinsolvenz, so hieß es in dem Brief, lasse sich nur beim Erhalt von mindestens 95 Prozent des Genussrechtskapitals verhindern.       

Die Mitteilung löste eine Welle an Kündigungen aus, was die Lage für das Unternehmen  verschlechterte. Verbraucherschützer sahen in der Aufforderung einen Verstoß gegen das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb.

Das Unternehmen, das 1.300 Mitarbeiter beschäftigt, ist ein wichtiger Finanzier von Windparks, investiert aber auch in Bioenergie. Es hatte mit einer festen Verzinsung von sechs Prozent geworben und oft bis zu acht Prozent Zinsen ausgezahlt. Derzeit kann es nach eigenen Angaben keine Rück- oder Zinszahlungen leisten.