Die Bistümer München-Freising und Augsburg planen eine Rettungsaktion, um den Weltbild-Verlag und seinen Partner Hugendubel vor drastischen Folgen der Weltbild-Insolvenz zu schützen. Dies berichtet die Süddeutsche Zeitung. Demnach wollen die beiden Diözesen zusammen 35 Millionen Euro investieren, um Tausende Arbeitsplätze bei Weltbild und Hugendubel zu erhalten. Das Erzbistum München-Freising habe bereits diese Woche 20 Millionen Euro aus dem Vermögen freigemacht, Augsburg wolle einen Massekredit in Höhe von 15 Millionen Euro an die Insolvenzverwaltung geben.

Mit diesem Geld sollen zunächst sowohl die Weltbild GmbH als auch die Deutsche Buch Handels GmbH (DBH) am Leben gehalten werden. Der Weltbild-Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz benötigt das Geld bis zu diesem Freitag, wenn nicht weitere Firmenteile oder Partner des Medienhauses in Gefahr geraten sollen. Besonders betroffen ist der deutschlandweit tätige Buchhändler Hugendubel, an dem sowohl die Weltbild GmbH als auch die DBH 50 Prozent halten. Hugendubel soll nun aus diesem Verbund von Weltbild und DBH herausgelöst und schließlich mit Hilfe der Banken und der Kirche ein Sanierungskonzept für die DBH durchgesetzt werden.

Wie die Süddeutsche weiter schreibt, wollen die Bistümer noch in dieser Woche eine erste Tranche anweisen. Hierfür verlange das Erzbistum von Hugendubel Sicherheiten, die demnach in wenigen Wochen wieder wegfallen sollen, sobald die Kirche das DBH-Sanierungskonzept geprüft hat und die restliche Summe überweist. Diesem Gesamtkonzept sollen die Banken, von denen viele auch Gläubiger von Weltbild seien, laut dem Bericht bereits diese Woche zugestimmt haben. Unklar sei, ob Hugendubel einen Investor mitbringe, mit dessen Hilfe das Unternehmen größere Anteile der DBH übernehmen könnte.

Kritik an Unternehmensführung

Die in Augsburg ansässige Verlagsgruppe Weltbild mit ihren mehr als 6.000 Beschäftigten hatte am 10. Januar Insolvenz angemeldet, nachdem die katholischen Gesellschafter eine weitere Finanzierung für die Sanierung des zweitgrößten deutschen Onlinebuchhändlers abgelehnt hatten. Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz sagte Anfang vergangener Woche, er könne noch keine Prognose zu den Sanierungsaussichten abgeben.

Die Gesellschafter von Weltbild sind zwölf Bistümer, die Soldatenseelsorge Berlin und der Verband der Diözesen Deutschlands (VDD). Das Unternehmen hatte seit Längerem keine Gewinne mehr erwirtschaftet. Grund dafür war nach Unternehmensangaben die Umstellung zu einem Online- und Digitalgeschäft. Der Bund Katholischer Unternehmer (BKU) kritisiert hingegen schwerwiegende Fehler des Managements.