Bahnchef Rüdiger Grube hat seinem Aufsichtsrat eine zwölfmonatige Karenzzeit bei Wechseln von Politikern zur Bahn vorgeschlagen. Damit reagiert Grube auf Kritik an der geplanten Einstellung von Ronald Pofalla: Der ehemalige Kanzleramtsminister soll mittelfristig als Cheflobbyist des Konzerns dem Vorstand angehören, was eine Diskussion um Karenzzeiten für Politiker ausgelöst hat.

Nach heftiger Kritik an der Personalie war der Wechsel zuletzt aufgeschoben worden. Nun soll Pofallas Einstellung durch eine Umstrukturierung der DB-Führungsebene doch noch ermöglicht werden: Anfang 2015 sollen die Aufgabenbereiche Wettbewerb, Politik und Regulierung zusammenlegt werden.

Mit der Zusammenlegung der Bereiche könnte Grube seine Ankündigung einhalten, wonach für die Position des Cheflobbyisten kein neuer Vorstandsposten geschaffen wird. Diese Bedingung betonte Grube heute auf der Bilanz-Pressekonferenz der Bahn erneut, ohne dabei direkt auf die Personalie Pofalla einzugehen.

Den Bedarf für einen Cheflobbyisten sieht Grube weiterhin. In den vergangenen Jahren sei deutlich geworden, dass die politischen Rahmenbedingungen eine immer wichtigere Rolle für die Bahn spielten, sagte Grube: "Dieses wachsende Aufgabenfeld ist für den Vorstandsvorsitzenden allein nicht mehr zu bewältigen." Deshalb müsse die politische Arbeit bei der Bahn neu organisiert werden.