Deutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft Air Berlin steht angeblich vor einer Aufteilung. Innerhalb des Managements der Fluglinie gebe es offenbar Pläne, den Konzern in zwei Teile aufzuspalten, berichtete das Magazin Focus. Dabei solle eine Sparte für touristische Ziele und eine für klassische Linienflüge entstehen. Detlef Altmann, Senior Vice President von Air Berlin, habe vor Reisefachleuten erklärt, dass diese Möglichkeit geprüft werde. Wann eine solche Aufspaltung stattfinden könnte, stand nicht in dem Focus-Bericht. Von Air Berlin gab es zunächst keine Stellungnahme. 

Die angeschlagene Fluggesellschaft hat nach einschneidenden Sparmaßnahmen ihr gesamtes Geschäftsmodell auf den Prüfstand gestellt. Nun arbeitet das Management daran, das Unternehmen neu zu strukturieren. Im ersten Quartal dieses Jahres schrieb Air Berlin mit einem Nettoverlust von 210 Millionen Euro erneut rote Zahlen. Erst im April hatte die arabische Fluglinie Etihad, Großaktionär der Airline, Air Berlin eine neue Finanzspritze und damit mehr Zeit für die Sanierung zugesichert. Analysten kritisieren, dass die Fluggesellschaft in zu vielen Geschäftsfeldern gleichzeitig unterwegs ist: auf dem Tourismusmarkt, als Billiganbieter, im Langstreckenverkehr und als Zubringer für das Flugnetz von Etihad.     



Nachdem die Fluggesellschaft Etihad Airways aus Abu Dhabi im Jahr 2011 rund 29 Prozent der Anteile von Air Berlin übernommen hatte, entfielen zahlreiche touristische Direktverbindungen ab Deutschland. Stattdessen brachten die Berliner mehr Fluggäste über Abu Dhabi ins internationale Netz von Etihad.