Im Kampf um den französischen Industriekonzern Alstom haben Siemens und Mitsubishi Heavy Industries (MHI) ihr Angebot nachgebessert. Wie die Konzerne bekannt gaben, erhöhen sie ihr Angebot für den Bar-Anteil um 1,2 Milliarden Euro auf 8,2 Milliarden Euro. Die Gesamtbewertung des Energiegeschäfts von Alstom steigt demnach um 400 Millionen Euro auf insgesamt 14,6 Milliarden Euro.

In der Mitteilung heißt es, MHI und Siemens hätten in einem Schreiben an Alstom "ihre Überzeugung" bestätigt, "Alstom als unabhängigen weltweiten Anbieter im Energie- und Transportgeschäft zu stärken". Nach intensiven Gesprächen mit allen Beteiligten in den vergangenen Tagen hätten MHI und Siemens "ihr Angebot überarbeitet, um Komplexität herauszunehmen, die Umsetzung zu erleichtern und Risiken zu reduzieren".

Am Donnerstag hatte der US-Konzern General Electric (GE) ein nachgebessertes Angebot vorgelegt. GE bietet die Gründung von drei Gemeinschaftsunternehmen im Energiesektor an. Der Konzern will zudem seine Bahnsignaltechnik an Alstom abgeben, um dessen Schienengeschäft zu stärken. 

GE hat es wie Siemens vor allem auf das Gasturbinen-Geschäft von Alstom abgesehen. Um an die Sparte heranzukommen, hatten die Deutschen zuvor weitreichende Zugeständnisse gemacht und sich ebenfalls bereit erklärt, ihre Bahntechnik abzugeben. Siemens und Mitsubishi werben mit bis zu 2.000 neuen Jobs.

GE hatte ursprünglich angeboten, für 12,35 Milliarden Euro die gesamte Energiesparte von Alstom zu übernehmen. Nachdem Siemens und der japanische Konzern MHI am Montag ein eigenes Angebot für den französischen Turbinen- und Zugbauer vorlegten, musste GE sein Angebot aber überarbeiten.

Treffen mit Hollande

Alstom-Chef Patrick Kron gilt als erbitterter Gegner eines Geschäfts mit Siemens. Analysten zitierten ihn mit den Worten: "Sie (die Münchner) wollen unser Gasgeschäft (...) und wir sollen ihr Transportgeschäft übernehmen (...), nun ja, sie dürfen träumen." Die französische Regierung wiederum versucht, eine Übernahme durch die Amerikaner zu verhindern. Sie hatte Siemens gebeten, ein Angebot vorzulegen.  

Siemens-Chef Joe Kaeser will am heutigen Freitag erneut Frankreichs Präsident François Hollande treffen, um ihm den Übernahmeplan zu erläutern. Hollande habe zu dem Treffen eingeladen, um über die neue Situation zu sprechen, sagte Kaeser am Morgen. MHI-Chef Shunichi Miyanaga sei zwar schon wieder zurück in Japan, doch werde er die Interessen des Konsortiums vertreten, sagte Kaeser.