Der Frauenanteil in Führungspositionen in Dax-Unternehmen liegt noch immer weit hinter den Zielen von Politik und Wirtschaft zurück. Das geht aus einem Bericht der Unternehmen zur Umsetzung ihrer Selbstverpflichtung von 2011 hervor, der am Dienstag vom Arbeitgeberverband BDA in Berlin veröffentlicht wurde. Demnach ist der Anteil von Frauen in Führungspositionen im Inland bei Dax notierten Unternehmen seit 2011 um durchschnittlich 17 Prozent gestiegen. 

Besonders wenige Frauen sind nach wie vor in den Vorständen von Unternehmen aus der Baubranche und der Schwerindustrie vertreten. So kam etwa der Baustoffkonzern Heidelberg Cement seinem Ziel von 15 Prozent Frauenanteil in Führungspositionen bis Ende 2020 zuletzt nur minimal näher und steigerte den Anteil zwischen 2010 und 2013 in Deutschland von 6,8 auf 7 Prozent. Auch der Stahlkonzern Thyssen Krupp beschäftigte 2013 nur 0,2 Prozent mehr Frauen in Führungsfunktionen als drei Jahre zuvor.

Beim Konsumgüter-Hersteller Henkel arbeiten mit Abstand die meisten Frauen in Führungspositionen. Mit einem Anteil von 33,2 Prozent ist Henkel der einzige Dax-Konzern, in dem fast ein Drittel aller führenden Funktionen von Frauen ausgeübt werden, 4,7 Prozent mehr als 2010. 

Den unterschiedlichen Fortschritt begründet die für den Bericht zuständige Arbeitsgruppe mit den verschiedenen Rahmenbedingungen in den einzelnen Unternehmen. Die gesteckten Ziele differierten "je nach Branche, strategischer Ausrichtung und Organisationsstruktur sowohl in der Art wie in der absoluten Höhe". Trotz der größtenteils geringen Zuwächse will die Wirtschaft am Modell der freiwilligen Selbstverpflichtung festhalten, "um die positive Entwicklung fortzusetzen".

Schwesig bekräftigt Pläne für Frauenquote

Dem widersprach Bundesfrauenministerin Manuela Schwesig (SPD): "Freiwillige Vereinbarungen haben nichts gebracht. Das hat sich in all den Jahren gezeigt, in denen wir das Thema schon diskutieren", sagte Schwesig. Die Politik habe mehr als ein Jahrzehnt auf freiwillige Vereinbarungen mit der Wirtschaft gesetzt. "Der Versuch ist gescheitert", sagte Schwesig.

Die große Koalition will deshalb 2016 eine gesetzliche Frauenquote von mindestens 30 Prozent für Aufsichtsräte der derzeit 108 größten, voll mitbestimmungspflichtigen und börsennotierten Unternehmen einführen. Bereits 2015 soll es für Aufsichtsräte, Vorstände und die oberste Managementebene von weiteren 3.500 Firmen verbindliche Zielvorgaben zur Frauenförderung geben.