Der neue Karstadt-Eigentümer René Benko will den Warenhaus-Konzern zügig sanieren. Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung soll der Aufsichtsrat bereits am kommenden Donnerstag über ein Konzept beraten. Zur Diskussion stehen dabei auch drastische Einschnitte: 15 bis 20 Warenhäuser könnten laut SZ mittelfristig geschlossen werden. Zuvor soll aber jeder Standort auf seine Rentabilität geprüft werden, heißt es.

Grundsätzlich scheint Benko längerfristiger zu planen. Anders als der bisherige Eigentümer Nicolas Berggruen will der österreichische Millionär in Karstadt investieren – und zehn Jahre oder länger bleiben, berichtet die SZ unter Berufung auf das Umfeld des Investors. Demnach plant Benko, Markenhändler als zusätzliche Mieter in Karstadt-Häuser zu holen und sie zu größeren Shoppingzentren umzubauen. Die Gewerkschaft ver.di und der Karstadt-Betriebsrat hatten Benko zuvor aufgefordert, in die Filialen zu investieren. Berggruen wird vorgeworfen, dies nicht getan zu haben  

Am Freitag war bekannt geworden, dass der bisherige Karstadt-Eigentümer Berggruen abtritt und die Signa-Holding des Investors Benko den angeschlagenen Konzern übernimmt. Berggruen hatte Karstadt 2010 für den symbolischen Preis von einem Euro aus der Insolvenz übernommen. 

Damals war er von den Arbeitnehmern als Retter gefeiert worden. Das änderte sich, als er es nicht schaffte, Karstadt zu sanieren. Arbeitnehmervertreter hatten ihm immer wieder vorgeworfen, nicht in das Warenhausgeschäft zu investieren. 2012 kündigte Karstadt den Abbau von rund 2.000 Stellen an. Im Frühjahr 2013 stieg das Unternehmen, das etwa 20.000 Mitarbeiter beschäftigt, aus den regionalen Tarifverträgen für den Einzelhandel aus.