In wenigen Monaten könnte Japan den ersten Atomstrom nach der Katastrophe von Fukushima produzieren. Dreieinhalb Jahre nach dem folgenschweren Unfall gestattete die Atom-Aufsicht das Wiederhochfahren von zwei Reaktoren des AKW Sendai, etwa 1.000 Kilometer südwestlich von Tokio gelegen. Bevor die Meiler des Konzerns Kyushu Electric Power wieder ans Netz können, müssen noch die Kommunalbehörden zustimmen.  

Laut japanischen Medien kann sich die Wiederinbetriebnahme bis ins nächste Jahr hinziehen.   

Japan steht kurz davor, erstmals seit 1966 ein ganzes Jahr ohne Atomstrom auszukommen. Im April hatte die Regierung von Ministerpräsident Shinzō Abe allerdings eine politische Kehrtwende vollzogen und Atomstrom wieder als wichtige Energiequelle in ihre Strategie aufgenommen.

Wie viele der 48 Reaktoren angesichts scharfer Sicherheitsvorschriften aber überhaupt wieder betrieben werden können, ist unklar. Eine Entscheidung über die endgültige Stilllegung von Atomanlagen steht noch aus. 

Nach der Fukushima-Katastrophe im März 2011 hatte auch Deutschland den Ausstieg aus der Kernkraft beschlossen.