Der frühere BayernLB-Chef Werner Schmidt ist im Zusammenhang mit dem Kauf der österreichischen Krisenbank Hypo Alpe Adria schuldig gesprochen worden. Das Landgericht München verurteilte den 71-Jährigen wegen Bestechung des früheren Kärntner Regierungschefs Jörg Haider zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten, setzte die Strafe aber zur Bewährung aus. Schmidt hatte die Tat zuvor gestanden.

Für den Vorwurf, Schmidt habe für die Hypo zu viel bezahlt und damit Geld der BayernLB veruntreut, sah das Gericht keine Beweise. Dem zweiten verbliebenen Angeklagten, Rudolf Hanisch, stellte die Strafkammer die Einstellung des Verfahrens in Aussicht, sollte er eine Geldauflage zahlen. Darüber solle am Nachmittag gesondert verhandelt werden, sagte Richter Joachim Eckert.

Damit löste sich der Hauptvorwurf der Staatsanwaltschaft nach mehr als 50 Prozesstagen endgültig auf. Sie hatte vergeblich versucht, das Gericht davon zu überzeugen, die ursprünglich acht beschuldigten Vorstände hätten mit dem Einstieg bei der Hypo vorsätzlich Geld der BayernLB veruntreut. Zwei von ihnen entließ die Kammer vorzeitig aus dem Verfahren, gegen vier weitere stellte sie den Prozess im August mangels hinreichender Beweise gegen Geldauflagen ein.

Die Hypo-Übernahme im Jahr 2007 hatte sich für die Bayerische Landesbank und die Steuerzahler als Milliarden-Desaster erwiesen. Die österreichische Bank wurde 2009 notverstaatlicht und steht mittlerweile vor der Abwicklung.