Das Braunkohlekraftwerk Neurath (betrieben von RWE) vor Windkraftanlagen ©Patrick Stollarz / Getty

Der hochverschuldete Energiekonzern E.on gliedert sein Geschäft mit Gas und Kohle- und Atomstrom aus. Die Geschäftsfelder konventionelle Erzeugung und Energiehandel sollen in ein neues Unternehmen überführt und mehrheitlich an die Aktionäre abgespalten werden, hieß es in einer Mitteilung. Der Schwerpunkt des Konzerns soll künftig auf erneuerbaren Energien, Energienetzen und Kundenlösungen liegen.

"Das bisherige breite Geschäftsmodell von E.on wird den neuen Herausforderungen nicht mehr gerecht. Deshalb wollen wir uns radikal neu aufstellen", sagte der Vorstandsvorsitzende von E.on, Johannes Teyssen. Alte und neue Geschäftsfelder unterschieden "sich so grundlegend voneinander, dass die Fokussierung in zwei getrennten Unternehmen die besten Zukunftsperspektiven bietet". 

Die Grundlage für die Ausgliederung soll im kommenden Jahr geschaffen werden. Dafür werden unter anderem die Investitionen um 500 Millionen Euro auf 4,8 Milliarden Euro erhöht. Nach der Zustimmung der Hauptversammlung soll die Abspaltung dann im Geschäftsjahr 2016 durchgeführt werden. Den verbleibenden Minderheitsanteil will E.on mittelfristig über die Börse abgeben. Sowohl E.on als auch das neue Unternehmen sollen über eine "solide Finanzausstattung" verfügen und Arbeitsplätze erhalten. "Unsere neue Strategie ist also kein Programm zum Abbau von Arbeitsplätzen", sagte Teyssen.

E.on häuft 31 Milliarden Euro Schulden an

Zugleich bestätigte E.on die Abstoßung seines Spanien- und Portugal-Geschäfts. Der Verkauf "zu einem Unternehmenswert in Höhe von 2,5 Milliarden Euro" stärke die "finanziellen Spielräume zur Neuaufstellung des Konzerns", hieß es in der Mitteilung. Auch ein Rückzug aus Italien werde erwogen, zudem soll das Explorations- und Produktionsgeschäft in der Nordsee noch vor der Neuaufstellung überprüft werden. 

Im laufenden Jahr reißt das bisherige Geschäft den Konzern tief in die roten Zahlen. Wertberichtigungen insbesondere bei den südeuropäischen Geschäften und Kraftwerken von 4,5 Milliarden Euro werden zu einem "erheblichen Konzernfehlbetrag im Geschäftsjahr 2014 führen", hieß es in der Mitteilung weiter.

E.on hat inzwischen einen Schuldenberg von 31 Milliarden Euro angehäuft. Daran ändert auch der Verkauf des gesamten Geschäfts in Spanien und Portugal nicht grundsätzlich etwas.