Wegen des Verdachts auf Schmiergeldzahlungen hat die Staatsanwaltschaft München mehrere Standorte der Rüstungssparte des Airbus-Konzerns durchsucht. Das Unternehmen könnte sich mit Bestechung Großprojekte in Saudi-Arabien und Rumänien im Gesamtwert von rund drei Milliarden Euro erschlichen haben, berichtet die Süddeutsche Zeitung.  

Razzien habe es an den Standorten Ottobrunn und Unterschleißheim bei München sowie Manching bei Ingolstadt, Ulm und Friedrichshafen gegeben. Die Beamten durchsuchten der Zeitung zufolge auch Wohnungen. Sowohl die Staatsanwaltschaft als auch Airbus haben die Ermittlungen bestätigt.

Bei den Aufträgen handelt es sich um Großprojekte zur Grenzsicherung. Von Saudi-Arabien hatte Airbus (früher EADS) 2009 einen Auftrag im Wert von rund zwei Milliarden Euro erhalten, um die 9.000 Kilometer lange Grenze mit moderner Technik zu überwachen. Menschenrechtsorganisationen hatten das Unternehmen für das Geschäft kritisiert, da das Regime die Technik auch zur Unterdrückung der Versammlungsfreiheit nutzen könne.

Bei der Leistung für Rumänien geht es ebenfalls um Technik zum Schutz der Landesgrenze. Die rumänischen Behörden ermitteln bereits wegen Korruption bei der Projektvergabe.

Airbus ist bereits in einen anderen Schmiergeld-Skandal verstrickt. Die Staatsanwaltschaften München und Wien ermitteln wegen Unregelmäßigkeiten beim Verkauf des Eurofighters an Österreich. Bei dem Verfahren sollen Hinweise auf den aktuellen Fall aufgekommen sein.