Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) hat die Entscheidung von E.on, sich von seiner Sparte konventioneller Energieerzeugung zu trennen, begrüßt. "Mit seiner Entscheidung stellt sich E.on konsequent auf und zieht als erstes Unternehmen die Konsequenz aus einer sich völlig gewandelten Welt der Energieversorgung. Das schafft durchaus neue Chancen", sagte Gabriel der Rheinischen Post.

Der Bundeswirtschaftsminister sieht dem Bericht zufolge eine Reihe positiver Ansatzpunkte: Mit der Fokussierung auf erneuerbare Energien, intelligente Netze und innovative Energiekonzepte könne die neue E.on einen wesentlichen Beitrag zum Wandel der Energieversorgung in Deutschland leisten. Dies könne zugleich die Energiepolitik der Bundesregierung unterstützen.

Der Sozialdemokrat gehe aber davon aus, dass die Arbeitsplätze und die Mitbestimmungskultur in beiden neuen Unternehmen erhalten bleiben, berichtet die Zeitung. Das Unternehmen und E.on müssten auch den Verpflichtungen nachkommen, Rücklagen für die Entsorgung radioaktiver Abfälle zu bilden", sagte ein Ministeriumssprecher.  

Die Abspaltung der Atom- und Kohlekraftwerke in eine neue Gesellschaft kam bei Anlegern gut an. Die Aktien stiegen in der Spitze um 6,3 Prozent auf 15,15 Euro und waren damit so teuer wie seit knapp fünf Monaten nicht mehr. Der Versorger werde mit einem Schlag seine politisch regulierten Bereiche los und könne sich nun auf die Wachstumsbranchen konzentrieren, hieß es an der Börse. Analysten von Bernstein Research sprachen angesichts der Umbaupläne sogar von der Gründung einer Art "Bad Bank".  

E.ons Plan sieht vor, das Geschäft mit der Stromerzeugung aus Atom-, Kohle- und Gaskraftwerken sowie den Energiehandel 2016 mehrheitlich an die Aktionäre abzugeben und den Rest an die Börse zu bringen. Das verbleibende Unternehmen erzeuge dann Ökostrom, betreibe Strom- und Gasnetze vertreibe die Produkte.

Mit der Abspaltung reagiert E.on auf den Preissturz bei den Großhandelspreisen für Strom. Diese sind wegen der Überkapazitäten an Kraftwerken und dem Ausbau des Ökostroms allein seit Anfang 2013 um mehr als ein Viertel gefallen. Die Unternehmensführung erläuterte ihren Plan in einer Pressekonferenz.

Im Zuge der Energiewende hatte die Bundesregierung beschlossen, in den kommenden Jahren sämtliche Atommeiler stillzulegen. Auch weitere konventionelle Stromerzeuger sollten schließen. 

Die Grünen warnten angesichts des Auslagerungsbeschlusses vor erheblichen Risiken für die Steuerzahler. Die Energieexpertin der Grünen-Bundestagsfraktion, Bärbel Höhn, sagte, sie befürchte, dass E.on "eine Bad Bank für seine sieben Atomkraftwerke schafft, die von den Steuerzahlern gerettet werden muss". Der Begriff Bad Bank stammt aus der Finanzkrise – damals lagerten Banken risikobehaftete Kredite in Milliardenhöhe in extra Gesellschaften aus.