Nach dem verlorenen Machtkampf gegen den VW-Vorstandsvorsitzenden Martin Winterkorn muss Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch womöglich selbst um sein Amt fürchten. "Die Mehrheit ist gegen Piëch", zitierte die Bild am Sonntag einen Aufsichtsrat.

Demnach wollen neben den zehn Arbeitnehmervertretern auch die jeweils zwei Aufsichtsräte des Landes Niedersachsen und der Porsche-Familie Piëch abwählen. Dies wären 14 der 20 Aufsichtsräte. "Der Alte muss weg", umschreibt ein Mitglied des Gremiums laut Zeitungsbericht die Stimmung gegen Piech. In dem Bericht heißt es, der Aufsichtsratschef solle noch vor der VW-Hauptversammlung am 5. Mai aus dem Amt gedrängt werden.

Das sechsköpfige Präsidium des Volkswagen-Aufsichtsrats hatte sich am Freitag für den Verbleib Winterkorns an der Konzernspitze und eine Vertragsverlängerung für ihn ausgesprochen. Piëch, der auf Distanz zu Winterkorn gegangen war, konnte sich somit nicht durchsetzen. Hintergrund war eine Äußerung Piëchs, der gesagt hatte: "Ich bin auf Distanz zu Winterkorn." Damit hatte er dessen Zukunft bei VW infrage gestellt und Spekulationen über einen heftigen Machtkampf an der Konzernspitze angefacht.