Der Handelskonzern Metro verkauft seine Warenhaustochter Kaufhof für 2,8 Milliarden Euro an den kanadischen Handelskonzern Hudson's Bay. Das teilte die Metro AG mit. Die Vereinbarung umfasse das in Deutschland vornehmlich unter Galeria Kaufhof sowie in Belgien unter Galeria Inno operierende Warenhausgeschäft und die dazugehörenden Immobilien. Die Transaktion werde voraussichtlich Ende September 2015 abgeschlossen sein.

Der Konzernchef der Hudson's Bay, Richard Baker, sagte, dass sein Unternehmen seit vielen Jahren die europäische Handelslandschaft sorgfältig auf der Suche nach potenziellen Expansionsmöglichkeiten beobachtet habe. "Dabei ist uns schon früh aufgefallen, wie sich Galeria Kaufhof – aufbauend auf seinen hochwertigen Kaufhäusern in besten Lagen – zur Nummer eins in Deutschland entwickelt hat."

In das Geschäft von Kaufhof seien schnelle Investitionen geplant, sagte Baker weiter. Über die genaue Höhe machte er aber noch keine Angaben. So soll unter anderem der E-Commerce – die Verbindung des Onlinehandels mit dem Verkauf in den Filialen – ausgebaut werden. Zudem könnten Läden der Luxusmarke Saks Fith Avenue in ausgewählten Kaufhof-Häusern eröffnet werden.

Metro-Vorstandschef Olaf Koch sagte: "Neben dem attraktiven Preis und einer soliden Finanzierung war für uns ausschlaggebend, dass HBC verbindliche Zusagen für die Übernahme der rund 21.500 Beschäftigten in Deutschland und Belgien gemacht hat."

An Kaufhof war auch Karstadt-Eigner René Benko interessiert. Der österreichische Immobilieninvestor soll etwa 2,9 Milliarden Euro geboten haben. Der Verkauf an die Kanadier hatte sich schon Ende der vergangene Woche abgezeichnet. Auch der Erlös von knapp drei Milliarden Euro ist nach dem in den vergangenen Wochen heftiger gewordenen Bieterrennen keine Überraschung mehr. Wie Metro-Finanzchef Mark Frese bereits der Börsen-Zeitung angesichts des wahrscheinlichen Verkaufs sagte, soll der Milliardenerlös zur weiteren Entschuldung sowie zum Ausbau der Investitionen in andere Geschäftsfelder gesteckt werden.

Erster Schritt auf europäischem Markt

Hudson's Bay, gegründet 1670, ist nach eigenen Angaben Nordamerikas ältestes Unternehmen. Der Konzern betreibt in den USA und Kanada mehr als 300 Warenhäuser und Fachgeschäfte. Zum Firmenimperium gehört auch die bekannte US-Warenhauskette Saks Fifth Avenue. Die Übernahme von Kaufhof wäre ein erster Schritt auf dem europäischen Markt.  

Vor dem Verkauf von Kaufhof hatte die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di Forderungen an die internationalen Bieter gestellt. In einem Schreiben an die Interessenten fordert die Gewerkschaft rechtsverbindliche Zusicherungen. "Die Beschäftigten von Galeria Kaufhof haben einen Anspruch darauf, dass sie die Sicherheit ihrer tariflichen Einkommen und Arbeitsplätze nicht nur mündlich zugesichert bekommen", sagte ver.di-Bundesvorstand Stefanie Nutzenberger.

Ver.di fordert neben der Tarifbindung die Zusage, dass in den nächsten fünf Jahren keine Häuser geschlossen werden und die Mitbestimmungsstruktur erhalten bleibt. Auch sollen betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen werden. Ausgenommen seien die Häuser, deren Aus bereits eingeleitet wurde.