Der Mineralölkonzern BP zahlt für Umweltverschmutzungen nach der Havarie seiner Ölbohrinsel Deepwater Horizon 18,7 Milliarden Dollar (umgerechnet etwa 17 Milliarden Euro). Darauf haben sich das Unternehmen und die betroffenen US-Bundesstaaten geeinigt. Es wäre der höchste Schadenersatz, den ein Unternehmen in den USA jemals zahlen musste, sagte US-Justizministerin Loretta Lynch. 

Nach Angaben von BP umfasst die Vereinbarung auch Ansprüche und Klagen der US-Bundesstaaten Alabama, Florida, Louisiana, Mississippi und Texas sowie von 400 kommunalen Verwaltungen. Die Summe setzt sich zusammen aus 5,5 Milliarden Dollar zivilrechtlichen Strafen, 7,1 Milliarden Dollar Schadenersatz für Umweltschäden an den Bund und die fünf Bundesstaaten sowie 4,9 Milliarden Dollar zum Ausgleich für wirtschaftliche Schäden. Eine weitere Milliarde Dollar ist für örtliche Behörden vorgesehen.

Damit wurde ein jahrelanger Rechtsstreit über die Folgen der Explosion vom 20. April 2010 beigelegt. Elf Arbeiter waren dabei ums Leben gekommen, Hunderte Millionen Liter Erdöl gelangten ins Meer. 87 Tage dauerte es, bis BP das Leck schließen konnte. Die Küsten von fünf US-Bundesstaaten wurden verseucht, der Fischfang und der Tourismus an der Golfküste schwer geschädigt.

BP hatte zuvor argumentiert, wegen der Katastrophe habe das Unternehmen ohnehin bereits Kosten in Höhe von 37,8 Milliarden Euro zu tragen. Bis heute ist nicht klar, wie lange BP im Zusammenhang mit einer Vereinbarung von 2012 Unternehmen und Einzelpersonen für die Folgen des Unfalls entschädigen muss.