Der britisch-niederländische Ölkonzern Shell stoppt die Suche nach Öl in Alaska. Als Gründe nannte das Unternehmen mangelnden Erfolg und zu hohe Kosten. "Die Quelle wird versiegelt und verlassen." Weitere Bohrungen seien dort in "absehbarer Zukunft" nicht geplant, teilte das Unternehmen in London mit. 

Zudem seien die staatlichen Vorgaben herausfordernd und unpräzise. Die finanziellen Belastungen für den Stopp bezifferte Shell auf etwa drei Milliarden US-Dollar, bezogen auf den Buchwert des Projektes. Weitere 1,1 Milliarden Dollar dürften für künftige Vertragsverpflichtungen anfallen. Weitere Details will das Unternehmen bei Vorlage der Zahlen zum dritten Quartal bekannt geben. 

Die Ölbohrungen werden von Umweltschützern kritisiert, weil sie negative Folgen für die Tierwelt am Nordpol fürchten. Erst am Samstag hatte die Umweltschutzorganisation Greenpeace in mehr als 40 deutschen Städten gegen die Ölbohrungen von Shell in der Arktis protestiert. An den Tankstellen des Unternehmens hätten Aktivisten Protestaufkleber an Zapfsäulen und Werbeplakaten angebracht, teilte die Organisation in Hamburg mit.

Greenpeace-Klimaexperte Karsten Smid sagte: "Wenige Wochen vor Beginn der UN-Klimakonferenz in Paris bohrt Shell nach Öl in der Arktis. Das zeigt die Rücksichtslosigkeit, mit der der Konzern an einem überkommenen Geschäftsmodell festhält." Shell müsse "die klimapolitische Amokfahrt" stoppen.  

Die US-Regierung hatte im August die Pläne des Konzerns für Ölbohrungen vor der Küste Alaskas genehmigt. Die demokratische Präsidentschaftsbewerberin Hillary Clinton allerdings sprach sich Mitte August dagegen aus. Sie nannte die Arktis einen "einzigartigen Schatz", das Risiko der Bohrungen sei zu groß.

Bodenschätze - Protest gegen Ölbohrungen in der Arktis