E.on wird seine Kernenergiesparte doch nicht in ein neues Unternehmen auslagern. Der verbleibende Betrieb und Rückbau der deutschen Kraftwerke bleibe in der Verantwortung von E.on, teilte der Konzern nach einer Aufsichtsratssitzung mit. Die grundsätzliche Aufspaltung von E.on in zwei Unternehmen sei davon aber nicht berührt.

Der Konzern hatte im Herbst 2014 entschieden, als Reaktion auf die Energiewende den gesamten Teil mit den Kohle-, Gas- und Atomkraftwerken 2016 in die neue Gesellschaft Uniper ausgliedern zu wollen. Der Hauptkonzern sollte sich künftig auf Geschäfte wie Ökostrom, Energienetze und den Vertrieb konzentrieren.

E.on wurde daraufhin vorgeworfen, die Folgekosten der Atomenergie dem Steuerzahler aufbürden zu wollen. Die sehr hohen Kosten für den Rückbau der Kraftwerke und die Endlagersuche hätte die neue Gesellschaft womöglich nicht tragen können, E.on selbst wäre dafür aber nicht mehr verantwortlich gewesen. 

Abschreibungen im Milliardenbereich

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) forderte deshalb ein Gesetz, das die Stromkonzerne für den Rückbau der AKWs und die Endlagerung noch weitreichender in die Pflicht nimmt. Damit sollen Steuerzahler vor Haftungsrisiken geschützt werden. Die Pläne hätten dazu geführt, dass E.on nach der endgültigen Abgabe aller Uniper-Anteile für die Atomkraftwerke zwar weiter haften müsste, aber keine Kontrolle über die Anlagen hätte. Insbesondere das Risiko einer gesetzlich verankerten Entkopplung zwischen Haftung und unternehmerischem Einfluss sei nicht tragbar, sagte Unternehmenschef Johannes Teyssen.

Theyssen hält die Gesetzesinitiative zwar für "voraussichtlich verfassungswidrig", er wolle sich aber nicht auf einen jahrelangen Rechtsstreit einlassen. "Wir können und wollen nicht auf etwaige politische Entscheidungen warten, die die Abspaltung von Uniper verzögern könnten." 

Die deutschen Atomkraftwerke gehören zu E.on, werden aber in einer gesonderten Einheit unter dem früheren Unternehmensnamen Preußen Elektra geführt. Der Konzern betreibt noch drei Atomkraftwerke in Deutschland und ist an drei weiteren beteiligt. Etwa 2.300 Mitarbeiter werden nun nicht in das abgespaltene Unternehmen Uniper wechseln.

E.on hat auch mit der Stromerzeugung mit fossilen Brennstoffen wegen der niedrigen Preise Probleme. Im dritten Quartal müssten Abschreibungen in der Größenordnung eines "höheren einstelligen" Milliarden-Euro-Betrags verbucht werden, hieß es in einer Mitteilung. Im Geschäftsjahr 2015 werde es zu einem erheblichen Fehlbetrag kommen. Der Konzern hatte bereits im vergangenen Jahr wegen der derzeit laufenden Aufspaltung ein Minus von knapp 3,2 Milliarden Euro verbucht.