Der Abgas-Skandal hat Volkswagen in die Krise gestürzt. © Rob Stothard/Getty Images

Bei den Untersuchungen in der Abgas-Affäre soll die interne Revision des Fahrzeugherstellers auf ein Schreiben des Zulieferers Bosch gestoßen sein. Nach einem Bericht der Bild am Sonntag habe Bosch VW bereits 2007 darauf hingewiesen, dass die von ihm gelieferte Software nur für Testzwecke und nicht für den normalen Fahrbetrieb vorgesehen gewesen sei. Demnach teilte er den Wolfsburgern mit, dass der geplante Einsatz gesetzeswidrig sei.

Auch ein VW-Techniker soll im Jahr 2011 vor illegalen Methoden bei der Messung von Abgaswerten gewarnt haben. Nach Informationen der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung seien diese Ergebnisse den internen Kontrolleuren am Freitag vorgelegt worden. Es sei jedoch nicht geklärt worden, warum diese Warnung seinerzeit folgenlos blieb und wer darüber informiert gewesen war.

Unterdessen erhöht das Kraftfahrtbundesamt (KBA) den Druck auf Volkswagen. Die Behörde habe die Rechtsabteilung von VW schriftlich aufgefordert, bis zum 7. Oktober einen "verbindlichen Maßnahmen- und Zeitplan" vorzulegen, ob und bis wann die Fahrzeuge ohne Manipulationssoftware die verbindliche Abgas-Verordnung einhalten werden, berichtet die Zeitung.

In einem zweiseitigen Schreiben heiße es, die Behörde sei aufgrund der Rechtslage dazu gezwungen, "die erforderlichen Maßnahmen anzuordnen, um sicherzustellen, dass die hergestellten Fahrzeuge mit dem jeweiligen genehmigten Typ in Übereinstimmung gebracht werden". Sollte Volkswagen die Aufforderung nicht beachten, könnten die Typengenehmigungen der Wagen entzogen werden. Dann dürften die betroffenen Autos nicht mehr verkauft oder bewegt werden.


Weltweit sind elf Millionen Fahrzeuge verschiedener Marken des Konzerns von dem Abgas-Skandal betroffen, davon 2,8 Millionen in Deutschland. Bei der Kernmarke VW sind es laut Angaben aus Wolfsburg insgesamt fünf Millionen.

VW plant Rückrufaktion

Ein Volkswagen-Sprecher sagte, der Konzern werde einen Maßnahmenplan präsentieren und "dann sagen, wann wir voraussichtlich eine Rückrufaktion starten". Die Umrüstung sei für die Autobesitzer kostenlos. Dabei werde es zum Beispiel ein Software-Update geben. "Wir sind mit Vollgas dran, das offenzulegen", sagte der VW-Sprecher. Die Fahrzeuge mit der manipulierten Abgas-Software seien identifiziert, nun müssten die Fahrzeugnummern ermittelt werden. Sobald anhand der Fahrgestellnummer festgestellt worden sei, wo sich die Autos befänden, könnten die Händler informiert werden, die wiederum Kontakt zu den Kunden aufnähmen.