Volkswagen-Fertigung in Wolfsburg © Odd Andersen/AFP/Getty Images

Volkswagen will wegen des Abgas-Skandals etwa drei Milliarden Euro bei seinen Zulieferern einsparen. Das berichtet das Handelsblatt unter Berufung auf Unternehmenskreise. Bei VW war dazu zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Dem Bericht zufolge könnten auf Volkswagen rund 40 Milliarden Euro an Strafzahlungen und Schadensersatzforderungen zukommen. Einen Teil der Summe wolle der Konzern durch ein zusätzliches Sparprogramm realisieren. Ein großer deutscher Zulieferer sagte der Zeitung, dass VW "deutlich mehr Effizienz einfordere". 

Nach Informationen des Handelsblatt soll auch bei den Mitarbeitern gespart werden. Beim Topmanagement könnten demnach die Leistungskomponenten des Gehalts sinken, für rund 115.000 nach Haustarifvertrag bezahlte Mitarbeiter könnte es eine geringere Ergebnisbeteiligung geben. Kürzungen seien auch beim Marketing, Sponsoring und der Modellvielfalt geplant. Erst am Wochenende war bekannt geworden, dass VW sein Trikot-Sponsoring beim DFB-Pokal einstellt.

Niedersachsen sieht bisher keine Risiken

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) sieht trotz der schweren Krise bei Volkswagen bislang "keine ernsthaften Risiken" für den Landeshaushalt. Am Dienstag will Weil den Landtag über die aktuellen Entwicklungen in der Sache unterrichten. 

Das Bundesland ist mit knapp 60 Millionen Stammaktien am Grundkapital der Volkswagen AG beteiligt, zum überwiegenden Teil mittelbar über die Hannoversche Beteiligungsgesellschaft (HanBG). "Die aktuellen Kursverluste haben keine direkten Auswirkungen auf die HanBG oder den Landeshaushalt", sagte Weil. Ein Verkauf der Aktien stehe nicht an, weswegen keine Realisierung der aktuellen Kursverluste erfolge.

Über die noch unklare Dividendenauszahlung könnte das Land aber "mittelbar" finanziell betroffen sein, sagte Weil. Die Einnahmen aus der Volkswagen-Dividende machen den wesentlichen Ertrag der HanBG aus. 

Für das Rekordjahr 2014 konnte Niedersachsen im Frühjahr gut 283 Millionen Euro Dividende verbuchen. Aufgrund der drohenden Milliarden-Strafzahlungen und Prozesskosten zeichnet sich ab, dass die Dividendenauszahlung in diesem Jahr sehr klein ausfällt oder sogar ganz ausfällt.